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Mehr Welt Politik Polizei durchsucht Wohnungen mutmaßlicher Islamisten
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14:12 27.09.2009
Die Polizei hat in der vergangenen Woche mehrere Wohnungen mutmaßlicher Islamisten durchsucht. Quelle: ddp
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Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München bestätigte einen diesbezüglichen Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Die Aktion stand ihren Worten zufolge aber nicht in Verbindung mit den zuletzt aufgetauchten Drohvideos gegen Deutschland.

Die Polizei durchsuchte laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft rund 20 Wohnungen in fünf Bundesländern. Laut "FAS" waren die Behörden in Südbayern, Stuttgart, Köln, Bonn, Düsseldorf, Wiesbaden, Darmstadt, Eschborn und Eckernförde bei Kiel aktiv.

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Laut "FAS" werden die Konvertiten verdächtigt, "für ein islamistisches Zentrum im Jemen zu werben". Bei dem Hauptverdächtigen handele es sich um den Deutschen Alexander F. aus dem südbayerischen Weilheim, der sich lange im Jemen aufgehalten habe. Zusammen mit zwei deutschen Islamisten aus Freiburg, die beide im Jemen leben, habe er Konvertiten und andere Muslime aus Deutschland für den Besuch der Koranschule Dar-ul-Hadith in Dammaj geworben.

Die Betreiber der Schule im jemenitischen Bürgerkriegsgebiet unterhielten "enge Kontakte zu El Kaida", berichtete die Zeitung. Es werde vermutet, dass "militärische Ausbildungslager an die Schule angeschlossen" seien. In der Koranschule halten sich nach Angaben der von der "FAS" zitierten Sicherheitskreise zahlreiche Konvertiten aus Europa und den Vereinigten Staaten auf. Darunter sollen zehn Muslime aus Deutschland sein, unter ihnen sechs Konvertiten. Mehrere Menschen, deren Wohnungen durchsucht wurden, sollen zudem "enge Verbindungen zu einem der Kofferbomber von Köln" gehabt haben.

Die Sprecherin betonte, es handele sich um "keine aktuelle Aktion", sondern um ein "länger zurückliegendes Verfahren". Deutschland war in der Woche vor der Bundestagswahl Ziel von gleich fünf Drohvideos islamistischer Extremisten.

afp