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Politik Politiker sind mit Klimakillern unterwegs
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21:25 10.04.2013
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Berlin

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nahm in einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Untersuchung 171 Dienstwagen von Politikern unter die Lupe. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) musste dabei eine "Gelbe Karte" einstecken. Mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erhielt ein Mitglied des Kabinetts die "Rote Karte", die die DUH vergibt, wenn der CO2-Ausstoß den EU-Zielwert von 130 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer um mehr als 40 Prozent übersteigt. Ihr Mercedes stößt den Angaben zufolge 193 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus. Besonders gute Noten bekam Hamburgs Senat. Die Untersuchung wurde zum siebten Mal durchgeführt.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe der größte Klimasünder unter den Spitzenpolitikern. Bouffiers Wagen, ein Audi A8, kommt laut DUH auf 277 Gramm CO2-Ausstoß. Als "enttäuschend" stufte die DUH das Abschneiden des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ein. Der Grünen-Politiker erhielt für 193 Gramm CO2 pro Kilometer die "Rote Karte". Insgesamt erhielten in der Regierung vier Mitglieder eine "Rote Karte" - so viele wie in Bayern und sonst in keinem anderen Bundesland.

Schlusslicht im Länderranking ist gemessen am durchschnittlichen CO2-Ausstoß aller Minister-Dienstwagen Niedersachsen. Die Ergebnisse spiegeln jedoch noch den Wagenpark des Ende Januar abgewählten schwarz-gelben Kabinetts in Hannover wieder. Durchschnittliche Emissionen von 187 Gramm CO2 pro Kilometer stehen für die schwarz-gelbe Landesregierung zu Buche. Der neue Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) ist nach Angaben der Umwelthilfe inzwischen jedoch auf einen neuen Audi A3 mit einem CO2-Ausstoß von nur 102 Gramm umgestiegen.

Unter den Bundesministern fährt Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) der Untersuchung zufolge den klimafreundlichsten Wagen. Besonders klimafreundlich ist mit 109 Gramm der Hybridwagen von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

Mit Hamburg unterschreitet erstmals ein ganzes Landeskabinett den EU-Zielwert. In diesem Fall gibt es die "Grüne Karte". Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und seine Senatskollegen landeten bei durchschnittlich 128 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer. "Dabei fährt dort auch keiner Fiat Panda oder VW Lupo", meinte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Die Bundeskanzlerin sowie Außen-, Innen-, Finanz- und Verteidigungsminister werden nicht berücksichtigt, da ihre Autos besonders gesichert sein müssen, was Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß beeinflusst. Resch wollte das Argument nicht gelten lassen, dass viele Politiker schlicht nicht die Möglichkeit hätten, auf umweltfreundlichere Modelle umzusteigen. Es gebe kein Argument mehr für den Einsatz von "Klimakiller-Dinos", betonte er.

dpa/dapd

Der Artikel wurde aktualisiert.

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