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Politik Peer Steinbrück erntet mit „Clowns“ Kritik, aber auch Unterstützung
Mehr Welt Politik Peer Steinbrück erntet mit „Clowns“ Kritik, aber auch Unterstützung
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13:05 28.02.2013
Peer Steinbrück hat die italienischen Politiker Beppe Grillo und Silvio Berlusconi als "Clowns" bezeichnet. Quelle: dpa
Berlin

Die Äußerungen von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zum Wahlausgang in Italien sorgen auch in seiner eigenen Partei und bei den Grünen für Kritik. „Es ist nicht diplomatisch, das politische Personal eines befreundeten Staates mit solchen Begriffen zu belegen“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Burchardt der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag). Sie ist auch Vorsitzende der deutsch-italienischen Parlamentariergruppe.

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), mahnte, den politischen Willen der italienischen Wähler zu respektieren. „Mein wenig gutes Verhältnis zu Silvio Berlusconi ist bekannt. Wir sind bei der Betrachtung der Wahl alle gut beraten, zur Kenntnis zu nehmen, dass die Italiener diese Parteien und ihre Führer gewählt haben“, sagte Schulz der „Passauer Neuen Presse“.

Nach Ansicht des Grünen-Europapolitikers Daniel Cohn-Bendit darf jemand, der Kanzler werden will, nicht in dieser Form „verbal ausrasten“. Steinbrück könne manchmal seine Zunge nicht beherrschen, sagte Cohn-Bendit im rbb-Inforadio. Dies könne für Rot-Grün zum Problem werden.

Steinbrück hatte am Dienstagabend bei einer SPD-Veranstaltung in Potsdam gesagt: „Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben.“ Er spielte damit auf das Abschneiden des Spitzenkandidaten der Protestbewegung “5 Sterne“, des Komikers Beppe Grillo, und von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi an.

Wegen der umstrittenen Äußerung hatte Staatspräsident Giorgio Napolitano ein für Mittwochabend geplantes Abendessen mit Steinbrück abgesagt. Napolitano traf am Donnerstag mit Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin zusammen. Im Anschluss stand ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Programm.

Die SPD-Führung stellte sich hinter den Kanzlerkandidaten. „Ich finde, Peer Steinbrück hat es auf den Punkt gebracht“, sagte Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann im ARD-„Morgenmagazin“. „Man darf doch politische Ergebnisse auch noch politisch kommentieren, wenn man Kanzlerkandidat ist.“ Und: „Natürlich wird er als Bundeskanzler in solchen Dingen zurückhaltender sein.“

Linken-Chef Bernd Riexinger sagte der Zeitung: „Explosive Äußerungen in schwierigen Situationen sind jedenfalls kein Ausweis außenpolitischer Schlauheit.“ Der FDP-Fraktionsvize Volker Wissing sprach von „Peerlusconi“. Steinbrück bewege sich auf Stammtisch-Niveau und sei „eher ein außenpolitisches Sicherheitsrisiko als ein Kanzlerkandidat“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Steinbrück hatte weiter gesagt, Berlusconi sei „ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub“. Er hatte am Mittwoch seine Aussagen verteidigt: „Ich bin dafür bekannt, dass ich auch Klartext rede.“ 

dpa

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