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15:51 05.02.2019
Papst Franziskus wurde zum Ende seiner Reise nach Abu Dhabi von Kronprinz Mohammed bin Said al Nahjan verabschiedet. Quelle: epd
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Die Reise von Papst Franziskus auf die arabische Halbinsel, die Wiege des Islam, war mutig. Nicht, dass sich der Papst körperlich in Gefahr befunden hätte. Der Trip nach Abu Dhabi war jedoch politisch heikel. Die Scheichs besitzen einen anderen Kompass für Toleranz und Dialog als der aus Rom angereiste Pontifex. Ihnen geht es mehr denn je um Machterhalt in sich wandelnden Zeiten. Der Papst möchte religiösen Eiferern entgegentreten.

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Franziskus trat öffentlich als unerschrockener Diplomat seines Herrn auf. Er forderte das Ende kriegerischer Auseinandersetzungen wie im Jemen, wo seine Gastgeber an der Seite Saudi-Arabiens mitmischen und eine humanitäre Katastrophe ohnegleichen zu verantworten haben.

Scheichs empfingen Papst mit Pomp

Er betonte auch die Rolle von Menschenrechten gegenüber Kronprinz Mohammed Said al Nahjan – die Herrscherfamilie zählt zu den größten Sklavenhaltern im arabischen Raum. Für sie schuften Millionen von Arbeitsmigranten, darunter nicht wenige Christen, rechtlos und unter unwürdigen Bedingungen. Sie sind es, die den Glanz schaffen, den Touristen hier gern bestaunen.

Und genau darum geht es, wenn die Scheichs einen wie Franziskus mit allem Pomp empfangen und sogar eine Freiluftmesse für 135.000 Menschen gestatten. Sie leisten sich Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten, weil die ihre Macht nicht ansatzweise bedrohen. Das tolerante Gebaren lässt die Urlauber aus dem Westen gern darüber hinwegsehen, dass willkürliche Verhaftungen und drakonische Bestrafungen von Kritikern in den Emiraten normal sind.

Franziskus auf dünnem Eis

So gesehen hat sich der Papst auf dünnem Eis bewegt und ist dabei nicht eingebrochen. Natürlich verschafft den Herrschern am Persischen Golf allein der Besuch von Franziskus eine gewisse Anerkennung ihrer Macht. Er hat jedoch nicht auf Hinweise darauf verzichtet, dass ihr schöner Schein trügt.

Von Thoralf Cleven/RND

Der Artikel "Heikler Besuch bei den Scheichs" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.