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13:26 06.05.2016
Papst Franziskus wird bei einer feierlichen Zeremonie im Vatikan mit dem Aachener Karlspreis geehrt. Quelle: dpa
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Rom

Für seine Verdienste um Europa wird Papst Franziskus bei einer feierlichen Zeremonie im Vatikan mit dem Aachener Karlspreis geehrt. Der Argentinier nimmt die Auszeichnung am Freitag in der prächtigen Sala Regia des Apostolischen Palastes entgegen. An dem Festakt nehmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der spanische König Felipe VI. sowie EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk teil.

Mit Spannung wird die Rede des Papstes erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass der 79-Jährige dabei zu einer Erneuerung Europas und zur Rückkehr zu Idealen und Werten der europäischen Gesellschaft aufrufen wird. Viel hoffen auf neue Impulse auch in der Flüchtlingsdebatte.

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Der Vorjahrespreisträger Schulz würdigte Franziskus kurz vor der Verleihung als "großen Europäer". Als Kind italienischer Einwanderer in Argentinien habe er eine andere Welt kennengelernt «als die privilegierte, in der wir Europäer leben», sagte Schulz in einem Interview von Radio Vatikan. Er erinnere die Bürger immer wieder daran, wie dankbar sie sein müssten für "diese großartige Welt, in der wir in Europa leben dürfen".

Das Karlspreisdirektorium hatte Ende Dezember bekanntgegeben, dass Franziskus die renommierte Auszeichnung erhalten soll. Er ist der erste Papst, der den Preis regulär erhält. Seinem Vor-Vorgänger Johannes Paul II. wurde 2004 ein Außerordentlicher Karlspreis für sein Lebenswerk verliehen. Franziskus gelinge es, den Menschen in Europa in einer schwierigen Zeit Orientierung und Hoffnung zu geben, begründete das Karlspreisdirektorium die Wahl.

Der in Buenos Aires geborene Franziskus hatte im November 2014 eine viel beachtete Rede vor dem Europaparlament gehalten und darin für ein gemeinsames Europa plädiert, das sich nicht nur um die Wirtschaft dreht, sondern vor allem solidarisch mit Armen und Alten ist. Zudem forderte er eine gemeinsame Politik zur Rettung der Migranten im Mittelmeer. Erst im April hatte Franziskus die griechische Insel Lesbos besucht und die internationale Gemeinschaft eindringlich dazu aufgerufen, mit Menschlichkeit auf die Flüchtlingskrise zu reagieren. Dies gelte besonders für die Europäer, mahnte er.

dpa

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