Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik „Pandora Papers“: Montenegros Präsident Djukanovic im Visier der Staatsanwaltschaft
Mehr Welt Politik „Pandora Papers“: Montenegros Präsident Djukanovic im Visier der Staatsanwaltschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:38 05.10.2021
Auch der Präsident Montenegros, Milo Djukanovic, ist mit einem Geflecht aus Briefkastenfirmen im Datenleak der „Pandora Papers" aufgefallen – die Staatsanwaltschaft in Montenegro hat Vorermittlungen aufgenommen. (Archivbild)
Auch der Präsident Montenegros, Milo Djukanovic, ist mit einem Geflecht aus Briefkastenfirmen im Datenleak der „Pandora Papers" aufgefallen – die Staatsanwaltschaft in Montenegro hat Vorermittlungen aufgenommen. (Archivbild) Quelle: Getty Images
Anzeige
Podgorica

Die Sonderstaatsanwaltschaft in Montenegro hat infolge der Enthüllungen der „Pandora Papers“ Vorermittlungen eingeleitet.

Die Dokumente betreffen auch das kleine Balkanland und seinen Präsidenten Milo Djukanovic. „Die Sonderstaatsanwaltschaft unternimmt alle Maßnahmen und Handlungen im Rahmen ihrer Zuständigkeit, die nötig sind, um die Sachverhaltslage aufzuklären“, teilte die Behörde am Montagabend in Podgorica mit. Nähere Angaben machte sie nicht.

Mehr zum Thema

Pandora-Papers – Die wichtigsten Fakten zu den Daten aus Steueroasen

Tarnfirmen und Geheimgeschäfte: wieder nichts gelernt

„Pandora Papers“: Großbritannien und Australien kündigen Ermittlungen an

Hunderte Politiker, Amtsträger, Firmenvorstände und Spitzensportler in aller Welt sollen jahrelang Finanzdienstleister genutzt haben, um ihre Vermögen und Wertgegenstände zu verstecken.

Das geht aus Unterlagen („Pandora Papers“) hervor, die internationale Medien, darunter die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR ausgewertet haben. Die Datenlecks sollen aus 11,9 Millionen Dokumenten bestehen.

Der Präsident, sein Sohn – und ein Geflecht aus Briefkastenfirmen

Das montenegrinische Recherche-Portal Mans, eines der Mitglieder des Medienverbunds, berichtete am Montag, dass Djukanovic und sein Sohn Blazo ab 2012 ein beträchtliches Vermögen in einem Geflecht von Briefkastenfirmen versteckt hätten. Die Firmen seien von den beiden in Großbritannien, auf den britischen Jungferninseln, in der Schweiz, in Panama und Gibraltar gegründet worden.

Djukanovic, der seit 30 Jahren in verschiedenen Funktionen die Politik in Montenegro dominiert, soll demnach auch gegen Offenlegungspflichten verstoßen haben, die mit hohen Regierungsämtern einhergehen.

Mehr zum Thema

Kreml: „Pandora Papers“ enthalten nur „unbewiesene Behauptungen“

Bundesregierung: Pandora-Papers sind Ansporn für Kampf gegen Steuerbetrug

Geleakte Steuerdaten: Britischer Ex-Premier Tony Blair sparte 312.000 Pfund beim Immobilienkauf

Der Präsident räumte ein, dass er und sein Sohn die in dem Bericht genannten Firmen gegründet haben. Durch diese seien aber keine Geldflüsse gegangen, behauptete er. Alles habe sich im gesetzlichen Rahmen abgespielt.

RND/dpa

Der Artikel "„Pandora Papers“: Montenegros Präsident Djukanovic im Visier der Staatsanwaltschaft" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.