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Politik Otto Graf Lambsdorff gestorben
Mehr Welt Politik Otto Graf Lambsdorff gestorben
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14:57 06.12.2009
Otto Graf Lambsdorff ist am Sonnabend verstorben. Quelle: ddp (Archiv)
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Der FDP-Ehrenvorsitzende und ehemalige Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff ist tot. Er starb am Sonnabend überraschend im Alter von 82 Jahren in Bonn. Das bestätigten Bekannte der Familie am Sonntag in Berlin. Lambsdorff sei damit „von seinen vielfältigen Leiden erlöst worden“, hieß es.

Lambsdorff trat 1951 der FDP bei. 1971 arbeitete der promovierte Jurist in der Programmkommission der Partei an den Freiburger Thesen mit. 1972 zog er erstmals für die Liberalen in den Bundestag ein, wo er sich als wirtschaftspolitischer Fraktionssprecher mit neoliberalen Akzenten profilierte.

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1977 wurde Lambsdorff zum Bundeswirtschaftsminister unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ernannt. An der Seite von Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) bereitete er in der Konjunktur- und Finanzpolitik mit seinem „Lambsdorff-Papier“ die politische „Wende“ zur CDU vor, die zum Regierungswechsel 1982 führte.

Unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) blieb Lambsdorff zunächst noch Wirtschaftsminister, geriet aber durch seine Verwicklung in die Flick-Affäre in Bedrängnis. Am 26. Juni 1984 erklärte er seinen Rücktritt. Im Laufe eines spektakulären Verfahrens wurde der Vorwurf der Bestechlichkeit gegen Lambsdorff fallen gelassen, er erhielt 1987 jedoch wegen Steuerhinterziehung eine Geldstrafe von 180 000 Mark (rund 92 000 Euro). Von 1988 bis 1993 war Lambsdorff Bundesvorsitzender der FDP und seitdem Ehrenvorsitzender der Partei. Bis 1998 saß er im Bundestag.

ddp/afp