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10:54 22.06.2009
Sind die Getöteten einem Racheakt zum Opfer gefallen? Quelle: Nigel Treblin/ddp

Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes hat laut „Spiegel“ Erkenntnisse, wonach sich der Anschlag in erster Linie gegen den aus Sachsen stammenden Techniker Johannes H. richtete, der mit seiner Frau und seinen drei kleinen Kindern offenbar nach wie vor in der Gewalt der Entführer ist.

Der 36-Jährige, der seit sechs Jahren im Jemen lebt und wie seine Frau und die beiden Bibelschülerinnen für das Al-Dschumhuri-Krankenhaus in Saada arbeitete, soll schon vor Monaten von wütenden Muslimen aufgefordert worden sein, seine Missionierungsversuche einzustellen. In einem Rundbrief an Freunde in Deutschland schrieb der Techniker, dass er in einem Teehaus in Saada einen Muslim kennengelernt und mit ihm spirituelle Gespräche geführt habe. „Außerdem ermutigte ich ihn, die Bibel zu lesen“, berichtete Johannes H. Später sei der Bruder des Mannes in das Krankenhaus in Saada gestürmt und habe gedroht, ihn bei den geistlichen Autoritäten anzuzeigen. Der Missionsversuch werde bereits in den Moscheen diskutiert. Doch Johannes H. setzte sich über die Warnung hinweg. „Betet für seinen Glauben“, forderte er die Glaubensbrüder und -schwestern auf.

Der Techniker und seine Frau hatten sich auf ihren Einsatz im Jemen bei einer Organisation namens „Weltweiter Einsatz für Christus“ in Eppstein bei Wiesbaden vorbereitet. „Wir sehen unseren Auftrag vor allem in der Evangelisation der noch unerreichten Völker der Welt“, heißt es in den Grundsätzen der Gruppe, die der „Arbeitsgemeinschaft evangelikaler Missionen“ angehört. Der Krisenstab geht laut „Spiegel“ davon aus, dass die Deutschen in Saada als Missionare bekannt waren. Auch in den Hinterlassenschaften der erschossenen Frauen Rita S. und Anita G., bei denen es sich um Cousinen handelt, fanden die Ermittler Missionsschriften. Sowohl die Eltern als auch die Missionsschule Brake im westfälischen Lemgo hatten bisher beteuert, dass die Frauen nur helfen wollten.

Die jeminitische Regierung in Sanaa beklagte unterdessen die Uneinsichtigkeit der Deutschen. Warnungen seien ignoriert worden. „Die Behörden haben die Drohung eines Angriffs erhalten“, sagte Innenminister Muttahar Al-Masri. „Es gab eine Warnung an die Deutschen mit der Bitte, sich nicht außerhalb ihres Arbeitsumfelds zu bewegen.“

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, vermutet, dass die Terrororganisation Al Qaida hinter der Entführung steht. Mit weiteren Geiselnahmen im Ausland sei zu rechnen, sagte Fromm dem „Focus“: „Wir sind überzeugt, dass eine sehr reale Gefahr für Deutschland und deutsche Ziele im Ausland besteht.“ General Yahya Salih, der im Jemen die Suche nach den Entführten leitet, bezweifelt dagegen die Al-Quaida-Theorie. „Die hätten sich umgehend zu der Tat bekannt, sich damit sogar noch gebrüstet“, sagte Salih „Spiegel-Online“. „Dieser Fall ist definitiv die seltsamste Entführungsgeschichte, die es je im Jemen gab.“

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