Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Olympia-Attentat: Der „Einschnitt“ für München
Mehr Welt Politik Olympia-Attentat: Der „Einschnitt“ für München
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:59 06.09.2017
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtet seine Worte an die Hinterbliebenen. Quelle: dpa
Anzeige
München

45 Jahre sind vergangen seit dem Terroranschlag bei den Olympischen Sommerspielen in München. Am Mittwoch nun wurde das neue Mahnmal zum Gedenken an die elf getöteten israelischen Sportler sowie eines Polizisten im Olympiapark eingeweiht. „Dieser Erinnerungsort kommt spät, aber nicht zu spät. Nach 45 Jahren ist dies ein würdiger Ort, an dem an die zwölf Opfer und die Fratze des Terrors erinnert wird“, sagte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle. Im Beisein der Hinterbliebenen haben auch Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) an der Zeremonie teilgenommen. Steinmeier wandte sich an die Angehörigen und sagte, dass es nicht nur um Erinnerung sondern auch um ein Versprechen gehe: „Nur wenn Juden in Deutschland sicher sind, dann ist dieses Deutschland vollkommen bei sich.“

IOC Präsident Thomas Bach hält Ilana Romano (l.), Witwe des ermordeten israelischen Gewichthebers Josef Romano, und Anke Spitzer, Witwe des Fechtmeisters André Spitzer, in den Armen. Quelle: dpa

„Einschnitt“ heißt der Erinnerungsort. Das Mahnmal sieht aus, als hätten die Architekten eine Scheibe aus einem grünen Hügel ausgeschnitten. Eine Videoleinwand im Inneren des Hügels zeigt zudem einen Film über die zwölf Opfer. Die Erinnerungsstätte hat 2,35 Millionen Euro gekostet und wurde unter anderem vom Freistaat, dem Bund, der Stadt München und dem Internationalen Olympischen Komitee finanziert.

Anzeige

Bereits an anderer Stelle wird den Opfer gedacht. Es gibt ein Mahnmal in Fürstenfeldbruck, dem Ort, an dem die deutschen Sicherheitskräfte damals mit ihrem Versuch der Geiselbefreiung tragisch scheiterten. Gestern trafen sich dort viele Hinterbliebene der israelischen Terror-Opfer zu einem stillen Gedenken – darunter auch Ankie Spitzer, die Witwe von André Spitzer, einem jungen Fechttrainer, und Ilana Romano, die Witwe des israelischen Gewichthebers.

„The games must go on“

Beim Olympia-Attentat hatte die palästinensische Terrororganisation „Schwarzer September“ 1972 im Olympischen Dorf in München Sportler als Geiseln genommen, um Gefangene in Israel freizupressen. Bei einer Befreiungsaktion auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck kamen neben den Sportlern auch fünf Terroristen ums Leben. Der Terroranschlag des 5.September beendete die „Freundlichen Spiele“ von München, auch wenn die Sportwettkämpfe mit dem berühmten Satz von IOC-Präsident Avery Brundage weitergingen: „The games must go on!“

Von dpa/RND

Der Artikel "Olympia-Attentat: Der „Einschnitt“ für München" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

06.09.2017
Politik AfD-Politikerin verlässt Talkshow - Weidel-Auftritt im ZDF – alles nur PR?
06.09.2017