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Politik Olaf Scholz lobt seine Partei-Partnerin Klara Geywitz: “Starke Frau mit klarem Kopf”
Mehr Welt Politik Olaf Scholz lobt seine Partei-Partnerin Klara Geywitz: “Starke Frau mit klarem Kopf”
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09:56 21.08.2019
Wahlplakat der SPD mit Landtagskandidatin Klara Geywitz für die Landtagswahl in Brandenburg am 1. September. Quelle: imago images / Martin Müller
Berlin

Vizekanzler Olaf Scholz möchte die SPD aus dem Umfragekeller führen, sagte er. „Die SPD muss eine Partei sein, die auf der Höhe der Zeit ist, aber die auch in der Lage ist, jedem Sicherheit in sich schnell bewegenden Zeiten zu vermitteln.“

Scholz und die Brandenburger Landtagsabgeordnete Geywitz stellen sich am Mittwochmittag in Berlin als Kandidaten-Duo für den SPD-Vorsitz vor. Der Vizekanzler hatte sich als erstes Schwergewicht der SPD erst vergangene Woche dazu bereit erklärt, für den Vorsitz zu kandidieren, nachdem er das Amt zuvor aus zeitlichen Gründen abgelehnt hatte. Andere aus der SPD-Führung sind bei ihrer Ablehnung geblieben.

Der Chefposten sei aber „nicht unbeliebt“, sagte Scholz. „Das ist eine ganz wichtige Aufgabe.“ Es sei aber wichtig, dass jeder sich genau überlege, ob er das machen wolle. „Ich habe mir das ja auch sehr lange überlegt und meine Entscheidung auch schon geändert und gesagt: Ich kandidiere jetzt, weil ich will, dass die Sozialdemokratische Partei auch in den 2020er Jahren eine wichtige Partei in Deutschland ist, die in der Lage ist, dieses Land zu führen.“

Klara Geywitz gilt als ausgewiesene Strategin

Scholz begrüßte die Öffnung für eine Doppelspitze aus Frau und Mann. Es gehe darum, mehr Breite in die Führung zu bringen, sagte er. „Und ich finde, dass die Gesellschaft in der wir leben, unverändert eine ist, in der Frauen nicht so behandelt werden, wie das sein sollte. Und da sind starke Frauen in der Führung der SPD sehr wichtig.“

Klara Geywitz gilt als ausgewiesene Strategin. Nicht umsonst gehörte die Potsdamer SPD-Politikerin zur großen Verhandlungsrunde, die im vergangenen Jahr den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD aushandelte. Mit Vizekanzler Olaf Scholz verbindet sie nicht nur der Wohnort Potsdam - sie kennen sich auch aus dem SPD-Parteivorstand, dem Geywitz seit 2017 als Beisitzerin angehört. Die 43-Jährige ist innerhalb der SPD auch mit anderen Landesverbänden gut vernetzt - und sie weiß, was sie will.

Schonungslos ehrlich, aber auch konfliktfähig

In der jetzt auslaufenden Wahlperiode war Geywitz Vorsitzende des wichtigen Landtags-Innenausschusses, in der SPD-Fraktion Sprecherin für Medienpolitik und Religion. Bei ihren Reden im Landtag beweist sie durchaus ironischen Humor: „Es dürfte in Brandenburg ungefähr so viele Burka-Trägerinnen geben wie illegal eingewanderte Elche aus Polen“, sagte sie 2016 in einer Debatte über ein Burka-Verbot.

Sie gilt als Nachwuchshoffnung der Brandenburger SPD. Die Diplom-Politologin ist seit 1994 Mitglied der SPD, von 2008 bis 2013 war sie stellvertretende Landesvorsitzende in Brandenburg, von 2013 bis 2017 Generalsekretärin. Von diesem Amt trat sie aber 2017 zurück, nachdem Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) ohne Rücksprache die von ihr befürwortete Kreisreform abgesagt hatte. Seinen Plan, das Wissenschaftsministerium aus Strukturgründen nach Cottbus zu verlegen, sah sie im Mai dieses Jahres zumindest skeptisch.

Geywitz gilt als schonungslos ehrlich, aber auch konfliktfähig. Probleme löst sie eher im Hintergrund. Als „richtig schön“ bezeichnet sie selbst ihre Zeit als Mitarbeiterin von Steffen Reiche, einem der Gründer der SPD in Brandenburg. Der Pastor taufte auch ihre drei Kinder und ist Patenonkel des jüngsten Sohnes.

Derzeit ist Geywitz häufig mit einem roten Lastenfahrrad in Potsdam zu sehen - und mischt auch schon mal Cocktails auf der Straße: Sie macht Wahlkampf, will am 1. September erneut in den Brandenburger Landtag gewählt werden. Seit 2004 hat sie ihren Wahlkreis Potsdam dreimal direkt gewonnen - in diesem Jahr könnte es wegen der starken Grünen aber eng werden.

Um die Nachfolge der zurückgetretenen Andrea Nahles haben sich bislang mehrere Duos und Einzelkandidaten beworben. Die Frist für Bewerbungen läuft noch bis zum 1. September. RND/dpa

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