Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Özdemir scheitert: Grünen-Fraktion bestätigt ihre Chefs
Mehr Welt Politik Özdemir scheitert: Grünen-Fraktion bestätigt ihre Chefs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 24.09.2019
Der ehemalige Grünen-Chef Cem Özdemir ist bei den Wahlen des Fraktionsvorsitzes gescheitert.
Berlin

Die Grünen im Bundestag haben Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter an ihrer Spitze bestätigt. Die beiden setzten sich am Dienstag jeweils bereits im ersten Wahlgang gegen ihre Herausforderer durch, Kirsten Kappert-Gonther und Ex-Parteichef Cem Özdemir. Göring-Eckardt bekam im ersten Wahlgang rund 61,2 Prozent der Stimmen aus der 67-köpfigen Fraktion, Hofreiter kam auf 58,21 Prozent.

Hofreiter und Göring-Eckardt hatten vor der Wahl als Favoriten gegolten. Sie führen seit 2013 gemeinsam die Bundestags-Grünen. Özdemir gehört bundesweit zu den bekanntesten Grünen, er führte mehr als neun Jahre lang die Partei. Seine Teampartnerin Kappert-Gonther war dagegen erst vor zwei Jahren in den Bundestag eingezogen und hatte außerhalb ihres Fachbereichs, der Gesundheitspolitik, bundesweit bisher nicht für Aufmerksamkeit gesorgt.

Özdemir und Kappert-Gonther waren vor zweieinhalb Wochen ausdrücklich als Team angetreten, ihre Kandidatur hatte viele überrascht. Ein Platz in der Doppelspitze ist für eine Frau reserviert, zudem sind in der Regel auch beide Parteiflügel vertreten. Göring-Eckardt und Özdemir zählen zu den Realos, Hofreiter und Kappert-Gonther zu den Linken.

Warum die Wahl so wichtig war

Die Wahl der Fraktionschefs wird auch deswegen als so wichtig eingeschätzt, weil die Grünen Teil der nächsten Bundesregierung werden könnten. Die Vorsitzenden der Fraktion hätten dann gute Chancen, ein Ministeramt zu bekommen. Als Spitzenkandidaten in der kommenden Wahl gelten derzeit aber die Parteichefs Robert Habeck und Annalena Baerbock als gesetzt.

In der Fraktion waren zuletzt nicht alle glücklich mit dem Führungsduo Hofreiter und Göring-Eckardt. Bei der vorigen Wahl hatten beide ohne Gegenkandidaten nur rund zwei Drittel der Stimmen bekommen. Zur Unzufriedenheit trägt auch bei, dass in der Bundespartei mit der Wahl der neuen Chefs Habeck und Baerbock zwar Aufbruchstimmung eingezogen ist, die Fraktion im Vergleich dazu aber eher unterstützt als glänzt.

Auch andere Parteien wählten am Dienstag ihre Fraktionsspitze. Die SPD hat Rolf Mützenich gewählt, der bereits kommissarisch das Amt geführt hatte. Bei der AfD wurden Alexander Gauland und Alice Weidel bestätigt. Und auch bei der FDP wurde Christian Lindner wiedergewählt.

Lesen Sie auch ein Porträt von Cem Özdemir: Cem Özdemir: Der überqualifizierte Bewerber

RND/dpa

Die AfD-Bundestagsfraktion hat ihr Führungsduo im Amt bestätigt. Gauland und Weidel traten ohne Gegenkandidaten an. Sie wurden mit 77,91 Prozent wiedergewählt.

24.09.2019

Bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung sprechen Staats- und Regierungschefs dieser Welt. Den Anfang machte der brasilianische Präsident Bolsonaro – mit dem Versuch, sein Image zu retten. Anschließend nutzte Trump seine Rede für ein Bekenntnis zum Patriotismus und um den Tag des britischen Premier Johnson herunterzuspielen.

24.09.2019

Rolf Mützenich ist neuer Chef der SPD-Bundestagsfraktion. 97,7 Prozent der SPD-Bundestagsabgeordneten stimmten für den Kölner. Schon vor der Wahl hatte sich „Mütze“ vor Sympathiebekundungen kaum retten können. Was hat der Mann, was andere nicht haben?

24.09.2019