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Politik Obama zu dreitägigem Besuch in Russland eingetroffen
Mehr Welt Politik Obama zu dreitägigem Besuch in Russland eingetroffen
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13:34 06.07.2009
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Der START-I-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty) gilt als Grundpfeiler der Rüstungskontrolle. Er wurde 1991 vom sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und dem damaligen US-Präsidenten George Bush ausgehandelt und sah über einen Zeitraum von sieben Jahren eine Reduzierung der nuklearen Sprengköpfe beider Länder von insgesamt rund 20.000 auf gut 15.000 vor. Die Laufzeit des Abkommens endet im Dezember.

Ein Nachfolgeabkommen, der 1993 unterzeichnete START-II-Vertrag, trat nie in Kraft. Als Ersatz für das gescheiterte Abkommen wurde im Mai 2002 der SORT-Vertrag unterzeichnet. Er sieht vor, dass beide Länder die Atomsprengköpfe bis zum Jahr 2012 auf jeweils höchstens 1700 bis 2200 reduzieren.

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Im April 2009 vereinbarten US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew beim G-20-Gipfel in London Verhandlungen über ein neues Abrüstungsabkommen, das eine weitere Reduzierung vorsieht. Die Unterzeichnung eines Vorbereitungspapiers wurde als einer der zentralen Punkte von Obamas Begegnung mit Medwedew bei seinem Moskau-Besuch in Aussicht gestellt.

Kurz vor dem Besuch herrschte in Schlüsselfragen noch Uneinigkeit. Ein Hauptstreitpunkt bei den Verhandlungen dürften die US-Pläne für einen Raketenschild in Osteuropa sein. Die USA wollen in Polen und Tschechien einen Radar und ein Abfangsystem aufstellen. Nach Darstellung Washingtons soll dies dem Schutz vor sogenannten Schurkenstaaten wie dem Iran dienen, Russland stuft die Pläne als Bedrohung seiner Sicherheit ein.

Umstritten ist auch, wie die Waffen gezählt werden. Während Russland einen Vertrag fordert, der die eingelagerten Sprengköpfe mit einbezieht, wollen die USA den Schwerpunkt auf einsatzbereite Waffen legen. Nach Angaben der US-Waffenkontroll-Gesellschaft ACA haben die USA derzeit rund 2200 aktive Sprengköpfe und etwa genauso viele in Reserve. Russland hat demnach 2000 bis 3000 einsatzbereite Sprengköpfe, 8000 weitere sind in Depots oder werden aus Alters- und Kostengründen gerade vernichtet.

afp