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Politik Obama will offenbar erneut Deutschland besuchen
Mehr Welt Politik Obama will offenbar erneut Deutschland besuchen
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17:01 06.05.2009
US-Präsident Barack Obama Quelle: Jim Watson/afp
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Als Stationen des Besuchs sind den Berichten zufolge die sächsische Landeshauptstadt Dresden und die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar angedacht. Vize-Regierungssprecher Thomas Steg sagte am Mittwoch in Berlin, er könne die Berichte nicht bestätigen.

Obama komme „möglicherweise“ im Umfeld des G8-Gipfels Anfang Juli in Italien zu einem längeren Besuch nach Europa, sagte Steg weiter. Es gebe von amerikanischer Seite „die Überlegung und das Interesse“, bei dieser Gelegenheit abermals nach Deutschland zu kommen. Festlegungen gebe es jedoch nicht - weder zum Zeitpunkt noch zu den Orten eines Deutschland-Besuches. Die Medienberichte bezeichnete Steg als „spekulativ“. Er schließe jedoch nicht aus, dass genannte Orte „in der Präferenzliste“ oben stehen könnten.

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Steg betonte, Obama sei jederzeit herzlich willkommen in Deutschland. Dies habe die Bundesregierung den USA signalisiert. Sollte der US-Präsident zu einem Abstecher nach Deutschland kommen, werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihn auf seinen Stationen begleiten. Sie freue sich über einen möglichen Besuch.

Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, dass als Ort für einen Besuch im Frühsommer Dresden im Gespräch sei. Ein US-Vorauskommando habe sich in der sächsischen Landeshauptstadt bereits umgesehen und Sicherheits-Checks vorgenommen, schreibt das Blatt. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) würde sich den Worten des sächsischen Regierungssprechers Peter Zimmermann zufolge sehr über einen Besuch in Dresden freuen. Der Regierungssprecher sagte weiter, die sächsische Staatskanzlei sei über verschiedene Planungen zu einem möglichen Besuch des US-Präsidenten informiert. Genauere Festlegungen gebe es aber noch nicht.

Die „Thüringer Allgemeine“ berichtete unterdessen von Planungen über einen Thüringen-Besuch Obamas bereits Anfang Juni. Im Gespräch sei auch eine Visite der NS-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar, meldete die Zeitung unter Berufung auf Kreise der thüringischen Landesregierung. Thematisch diene der Stopp in Buchenwald der Vorbereitung des von Obama geplanten Besuchs auf dem US-Soldatenfriedhof am 6. Juni in der Normandie. An diesem Tag jährt sich zum 65. Mal die Landung der alliierten Truppen in Frankreich. Zudem war ein Großonkel Obamas, Charlie Payne, als Soldat an der Befreiung von Häftlingen eines Außenlagers von Buchenwald beteiligt.

Thüringens Regierungssprecher Fried Dahmen bezeichnete die Meldungen als Spekulationen. Derzeit fänden Gespräche zwischen der deutschen und der amerikanischen Regierung über einen Besuch Obamas in Deutschland statt, sagte Dahmen auf ddp-Anfrage. „Es ist aber noch keine Entscheidung darüber gefallen, welche Standorte der amerikanische Präsident besuchen wird“, betonte der Erfurter Regierungssprecher.

Obama hatte bereits anlässlich der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der NATO Anfang April Deutschland besucht. Damals war er in Baden-Baden von Merkel mit militärischen Ehren begrüßt worden.

Als Bewerber um die Präsidentschaft in den USA war Obama im vergangenen Sommer nach Berlin gereist und hatte vor mehr als 200 000 Menschen eine Rede vor der Berliner Siegessäule gehalten. Dem Besuch war eine Diskussion vorausgegangen, ob der demokratische Präsidentschaftskandidat eine Rede vor dem Brandenburger Tor halten dürfe. Merkel hatte dies abgelehnt.

ddp