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Politik Obama will nur an der Schlussrunde teilnehmen
Mehr Welt Politik Obama will nur an der Schlussrunde teilnehmen
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08:52 06.12.2009
Die US-Regierung teilte mit, einen "gerechten Anteil" an den Kosten der Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern übernehmen zu wollen.
Die US-Regierung teilte mit, einen "gerechten Anteil" an den Kosten der Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern übernehmen zu wollen. Quelle: ddp
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Die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama, nun doch an der Schlussrunde des Weltklimagipfels teilzunehmen, ist international auf ein positives Echo gestoßen. "Das ist ein eindeutiges Signal, dass Obama den Erfolg will und mit allem Risiko das Gewicht seiner Person in die Waagschale wirft", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) der "Bild am Sonntag". Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, Obama werde nicht wie ursprünglich geplant nächste Woche, sondern erst am 18. Dezember in die dänische Hauptstadt Kopenhagen kommen.

Der Präsident sei der Ansicht, dass seine Anwesenheit in der Schlussphase der Klimakonferenz den größten Ertrag bringen könne, sagte Obamas Sprecher Robert Gibbs. Die Entscheidung zeige den Willen des Präsidenten, alles für ein positives Ergebnis des Gipfels zu tun.

Röttgen äußerte die Erwartung, dass die USA ihrer Führungsrolle in der Welt jetzt auch beim Thema Klima gerecht werden. "Obama weiß: Wenn Amerika in Kopenhagen seiner Führungserwartung nicht gerecht wird, verliert es auf Dauer seine technologische Führungsposition in der Welt. Obama muss beim Thema Klima jetzt liefern", sagte Röttgen der "BamS". Das Klimatreffen in Kopenhagen, das am Montag beginnt, soll bis zum 18. Dezember über ein Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls beraten.

Obamas Teilnahme an der entscheidenden Phase des Gipfels sei "positiv" und gebe den Verhandlungen "politisches Gewicht", erklärte der schwedische Regierungschef Fredrik Reinfeldt, dessen Land die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Auch Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, der Obamas ursprünglichen Reiseplan kritisiert hatte, und der britische Regierungschef Gordon Brown begrüßten die Entscheidung des US-Präsidenten.

Der Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Achim Steiner, forderte mehr Mittel für die ärmeren Länder für den Kampf gegen den Klimawandel. "Wer von den Entwicklungsländern Emissionsminderungen verlangt, der muss auch dafür sorgen, dass die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen", sagte Steiner der "Berliner Zeitung". Die US-Regierung teilte mit, einen "gerechten Anteil" an den Kosten der Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern übernehmen zu wollen. Die USA schlossen sich dabei einem Vorschlag des britischen Premierministers Brown an, einen Klimafonds über zunächst zehn Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro) aufzulegen.

afp