Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Obama und Merkel rücken 
in der Krise zusammen
Mehr Welt Politik Obama und Merkel rücken 
in der Krise zusammen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:56 05.06.2009
Von Stefan Koch
"Europa neu entdeckt": Präsident Barack Obama und Kanzlerin Merkel am Freitag in der Frauenkirche in Dresden. Mit dabei: Landesbischof Jochen Bohl. Quelle: Norbert Millauer/ddp

„Deutschland ist für uns ein entscheidender Partner“, sagte Obama bei einem Gespräch mit deutschen und amerikanischen Journalisten. Ausdrücklich lobte er die Beiträge Berlins zur Eindämmung der Krise und hob dabei auch die Rettung der Adam Opel GmbH hervor, die in letzter Sekunde vom US-Mutterkonzern GM abgespalten worden war.

Merkel wiederum lobte Obama für dessen Bemühungen, den Nahost-Friedensprozess neu anzuschieben. Dem Vernehmen nach sprachen der Präsident und die Kanzlerin in ihrer Vieraugenbegegnung über mögliche neue Formen der Kooperation von EU und USA in dieser Krisenregion.

Ein Video zum Besuch in Dresden

Aus Kreisen des Obama-Teams hieß es am Freitag, alle vorab veröffentlichten Berichte und Spekulationen über mögliche Missstimmungen zwischen Obama und Merkel seien „Blödsinn“. Die Beziehungen zwischen beiden seien exzellent und sehr offen. Hinzu komme eine neue strategische Grundausrichtung der USA: Obama wisse, dass er zur Erreichung aller seiner außenpolitischen Ziele die Europäer brauche. Allzu lange habe zuvor die Bush-Administration geglaubt, die Beziehungen zu Asien seien gleichwertig. Obama indessen habe jetzt „Europa neu entdeckt“.

Obama war zuletzt vor zwei Monaten in Deutschland, am Rand des Nato-Gipfels in Straßburg und Baden-Baden. Das Programm des Kurzbesuchs in Ostdeutschland war geprägt vom Bemühen, Zeichen der Erinnerung an die Geschichte zu setzen. Bis zuletzt hatte das Obama-Team im Unklaren gelassen, ob der Präsident auch die Frauenkirche besuchen würde, die im Zuge der britischen und amerikanischen Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Offenbar auf Drängen Merkels wurde der Punkt ins Programm aufgenommen.

Zuvor hatten rechte Kritiker Obamas in den USA den Präsidenten davor gewarnt, sich in Deutschland „für den Zweiten Weltkrieg zu entschuldigen“. Von vornherein geplant war indessen der Besuch Obamas im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald in Thüringen. Dort wurde Obama am Freitagnachmittag auch von Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel begleitet, der selbst in Buchenwald inhaftiert und 1945 von amerikanischen Soldaten befreit worden war.

Merkel unterstrich, aus dem Holocaust ergebe sich für Deutschland eine immerwährende Verantwortung für die Sicherheit Israels. „Das ist sozusagen Staatsräson für jede deutsche Bundesregierung und wird es auch in Zukunft sein.“

Mehr zum Thema

64 Jahre nach der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald durch amerikanische Truppen hat US-Präsident Barack Obama am Freitag die heutige Gedenkstätte auf dem Ettersberg bei Weimar besucht. Begleitet wurde er dabei von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie dem Präsidenten des Buchenwald-Komitees, Bertrand Herz.

05.06.2009

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist US-Präsident Barack Obama am Donnerstagabend in Dresden begrüßt worden. Sein Flugzeug „Air Force One“ landete um 20.50 Uhr auf dem Dresdner Flughafen.

04.06.2009

US-Präsident Barack Obama hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede an der Universität Kairo die Muslime in aller Welt zu einem Neuanfang im gegenseitigen Respekt aufgerufen. Hier die Rede im Wortlaut:

04.06.2009

64 Jahre nach der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald durch amerikanische Truppen hat US-Präsident Barack Obama am Freitag die heutige Gedenkstätte auf dem Ettersberg bei Weimar besucht. Begleitet wurde er dabei von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie dem Präsidenten des Buchenwald-Komitees, Bertrand Herz.

05.06.2009

US-Präsident Barack Obama ist mit seinen Plänen zur Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo erneut auf Widerstand gestoßen.

05.06.2009

Bis zum Jahr 2012 soll in Deutschland ein einheitliches Waffenregister eingeführt werden. Dafür haben sich die Innenminister von Bund und Länder am Freitag ausgesprochen.

05.06.2009