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Politik Nur jeder dritte Leiharbeiter findet hinterher regulären Job
Mehr Welt Politik Nur jeder dritte Leiharbeiter findet hinterher regulären Job
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05:01 05.09.2019
Die Leiharbeit boomt weiter in Deutschland: Mit mehr als einer Million Beschäftigte wurde im vergangenen Jahr ein neuer Höchststand erreicht.
Berlin

Jeder Dritte, der vorher in der Leiharbeit beschäftigt war, findet innerhalb von drei Monaten einen regulären Job. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Linken-Anfrage hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Im zweiten Halbjahr 2018 sind demnach 835.000 Leiharbeitsverhältnisse beendet worden. 90 Tage danach hatten 295.875 ehemalige Leiharbeiter einen sozialversicherungspflichtigen Job außerhalb der Branche. 159.570 traten eine neue Beschäftigung in der Leiharbeit an. 56.136 hatten nach drei Monaten einen Minijob.

Laut Bundesarbeitsministerium gab es im Juni 2018 rund 1,02 Millionen Leiharbeiter in Deutschland – 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr, jedoch 18 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. 93 Prozent der Leiharbeiter waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, rund sieben Prozent hatten einen Minijob in der Branche.

71 Prozent der Leiharbeiter waren zuletzt Männer, 29 Prozent Frauen. Der mittlere Bruttolohn in der Branche betrug zuletzt 1.928 Euro pro Monat.

2017 waren grundlegende gesetzliche Veränderungen zur Leiharbeit in Kraft getreten. Zum einem müssen „verliehene“ Arbeitnehmer nun nach spätestens neun Monaten so bezahlt werden wie entsprechende Stammbeschäftigte im Entleihbetrieb („Equal Pay“).

„Schlupflöcher im Gesetz"

Außerdem dürfen Leiharbeiter nicht länger als 18 Monate an einen Betrieb „entliehen“ werden. Laut Arbeitsministerium liefen jedoch 605.000 der im zweiten Halbjahr beendeten Leiharbeitsverhältnisse weniger als neun Monate. Das entspricht einem Anteil von 72,5 Prozent.

Linken-Fraktionsvize Susanne Ferschl sagte dem RND, zwei Jahre nach der Reform der Leiharbeit stehe fest, dass Arbeitgeber über „Equal Pay“ lachen: „Ungeniert nutzen sie die Schlupflöcher im Gesetz, um Beschäftigte auch weiterhin mit Niedriglöhnen abzuspeisen“, sagte die Bundestagsabgeordnete. „Wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag und einen Flexibilitätszuschlag für Beschäftigte. Kein Einsatz darf länger als drei Monate dauern.“ Ferschl sagte, langfristig wolle die Linke Leiharbeit abschaffen.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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