Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Nordkorea testet erneut Raketen – Trump reagiert unerwartet
Mehr Welt Politik Nordkorea testet erneut Raketen – Trump reagiert unerwartet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:25 02.08.2019
Menschen verfolgen auf dem Bahnhof eine Nachrichtensendung über einen Raketentest von Nordkorea. Quelle: Ahn Young-Joon/AP/dpa
Seoul/Pjöngjang

Nordkorea hat am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) nach südkoreanischen Angaben erneut zwei Kurzstreckenraketen von seiner Ostküste abgefeuert. Dies sei bereits der dritte Raketentest innerhalb weniger Tage gewesen, verlautete aus dem südkoreanischen Generalstab in Seoul. „Wir verfolgen die Lage, sollte es weitere Abschüsse geben, und bleiben in Bereitschaft“, hieß es.

Südkoreas Regierung berief umgehend eine Krisensitzung ein, das Vereinigungsministerium in Seoul äußerte in einer Stellungnahme „starkes Bedauern“ über den neuen Raketentest. Die Reaktionen der Regierung rund um Präsident Moon Jae In fielen verhalten aus, ihre Aufmerksamkeit richtete sich am Freitag vor allem auf den eskalierenden Handelsstreit mit Japan.

In der vergangenen Woche hatte Nordkorea bereits Raketen abgefeuert und dies als Reaktion auf für August geplante, gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA dargestellt. Zwei weitere Raketen am Mittwoch wurden von Pjöngjang als Test eines neuen Raketenstartsystems präsentiert, das nach Angaben der Staatsagentur KCNA eine Schlüsselrolle für militärische Bodenoperationen einnehmen soll.

Nie ein Abkommen über Kurzstreckenraketen

US-Präsident Donald Trump spielte die Tests am Donnerstag erneut herunter. Es habe nie ein Abkommen über Kurzstreckenraketen gegeben, sagte er vor Journalisten. Er habe kein Problem damit. Auf die Frage, ob der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un ihn testen wolle, sagte Trump: „Es ist sehr gut unter Kontrolle.“

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atomwaffen getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Lesen Sie auch: Trump: „Niemand ist glücklich über die neuen Raketentests in Nordkorea“

Nordkorea-Experte Go Myong-hyun von der Seouler Denkfabrik Asan Institute wertet Trumps Reaktion als taktischen Fehler, weil es dem Regime im Pjöngjang de facto einen „Freibrief“ für weitere Kurzstreckenraketentests geben würde. „Die Provokationen sind sorgfältig kalibriert. Nordkorea wird weiter eskalieren, solange die USA bei den Denuklearisierungsverhandlungen nicht ihre Position verändern“, sagt Go.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Trump hatten Ende Juni bei einem kurzen Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region vereinbart. Nach ihrem gescheiterten Gipfeltreffen im Februar in Vietnam weckte das Treffen neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas.

Lesen Sie auch: Treffen zwischen Trump und Kim: „Keine Eile“ bei atomarer Abrüstung

Von RND/dpa

Brandenburgs SPD-Landtagskandidat Udo Wernitz hat über eine mögliche Koalition mit der AfD gesprochen – und damit für Aufsehen gesorgt. Für seine eigenen Wahlkreis schließt er diese Option dennoch aus.

02.08.2019

Die Bundeskanzlerin liest im Urlaub „Der Tyrann“ des amerikanischen Shakespeare-Experten Stephen Greenblatt. Hat er beim Schreiben an US-Präsident Donald Trump gedacht? Geht das Merkel beim Lesen auch so? Und: Das sollen Ferien sein?

02.08.2019

In den Niederlanden herrscht seit Donnerstag ein Burka-Verbot, das auch in Deutschland gefallen findet, wie eine neue Umfrage zeigt. Danach spricht sich eine deutliche Mehrheit für ein ähnliches Modell aus – doch es gibt eine große Hürde, die die Politik vor Probleme stellt.

02.08.2019