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Politik Nordkorea droht USA mit Atomangriff
Mehr Welt Politik Nordkorea droht USA mit Atomangriff
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10:08 04.04.2013
Am Mittwoch (Ortszeit) erreichten die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel einen neuen Höhepunkt, als die nordkoreanische Führung mitteilte, offiziell einen Atomangriff auf die USA bewilligt zu haben. Quelle: dpa
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Seoul

Die Gefahr einer bewaffneten Auseinandersetzung auf der koreanischen Halbinsel wächst. Das Regime in Pjöngjang droht den USA offiziell mit einem möglichen Atomschlag, weil Washington zwei US-Kriegsschiffe in den West-Pazifik entsendet. Militärische „Operationen ohne jede Rücksicht“ seien nun bewilligt, gab die oberste Militärführung in einer an Weißes Haus und Pentagon gerichteten Mitteilung vom Donnerstag (Ortszeit) bekannt, wie die südkoreanische Agentur Yonhap berichtete. Das schließe auch Atomwaffen neuester Bauart ein. Nordkorea verfügt nach Ansicht von Experten allerdings nicht über die technischen Mittel, das US-Festland mit Langstreckenraketen anzugreifen.

Nordkorea verweigerte am Donnerstag erneut die Einreise südkoreanischer Pendler in den gemeinsamen Industriekomplex Kaesong an der Grenze. Nordkorea habe nur den Südkoreanern die Ausreise erlaubt, die sich im Komplex aufhielten, berichtete Yonhap am Donnerstag unter Berufung auf die Behörden. Am Mittwoch hatte Nordkorea die Maßnahme verhängt. Seoul hatte das kommunistische Nachbarland aufgerufen, das Verbot unverzüglich aufzuheben.

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Der weitgehend von südkoreanischer Seite finanzierte Komplex Kaesong ist das einzige noch verbliebene Kooperationsprojekt zwischen beiden verfeindeten Ländern. Der nur einige Kilometer von der schwer bewachten Grenze entfernte Industriepark gilt als wichtiger Devisenbringer für den verarmten, aber hochgerüsteten Norden.

Die USA rüsten sich weiter im Pazifik und kündigten am Mittwoch die Entsendung eines Raketenabwehrsystems zum US-Stützpunkt auf der Insel Guam an.

Ein nordkoreanischer Angriff mit Mittelstreckenraketen, etwa auf die US-Truppen in Südkorea oder Militärstützpunkte in Japan, liegt nach Experteneinschätzung durchaus im Bereich des Möglichen. Ferner kann das Land mit seinen Raketen Ziele in ganz Südkorea erreichen.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar als äußerst gespannt. Pjöngjang hatte als Reaktion auf die Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt. Am Samstag rief Pjöngjang den „Kriegszustand“ im Verhältnis zu Südkorea aus.

Die USA stärken Südkorea im Konflikt mit dem Regime im Norden demonstrativ den Rücken. Der neue US-Verteidigungsminister Chuck Hagel bezeichnete das Verhalten des Regimes in Pjöngjang in einer Rede am Mittwoch als gefährlich. „Wir nehmen diese Bedrohung ernst."

Die Raketenabwehr, ein mobiles ballistisches Abwehrsystem, das teilweise auf Lastwagen montiert sei, soll dem Pentagon zufolge in den nächsten Wochen auf der Pazifik-Insel Guam eintreffen. Kurz zuvor hatten die USA bereits offiziell die Entsendung zweier Kriegsschiffe in den West-Pazifik bekanntgegeben, um die Raketenabwehr in der Region zu stärken. Es handele sich um die beiden Schiffe „Decatur“ und „McCain“, sagte Pentagonsprecher George Little.

Der Neustart des abgeschalteten Kernreaktors in dem umstrittenen nordkoreanischen Atomzentrum Yongbyon wäre nach Meinung der US-Regierung „extrem alarmierend“. Bislang gebe es aber keine Anzeichen, dass das Regime die Anlage bald wieder in Betrieb nehmen könne, sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland in Washington.


Angespannte Lage zwischen Nord- und SüdkoreaStepMap


dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.