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Politik Nord-Länder wollen Zusammenarbeit der Elbehäfen stärken
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17:56 21.08.2009
Das Konzept umfasst eine enge Zusammenarbeit im technischen und kaufmännischen Bereichen. Quelle: Angelika Warmuth dpa/lni
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Das vereinbarten die Wirtschaftsminister Jörn Biel (Schleswig-Holstein, CDU), Philipp Rösler (Niedersachsen, FDP) und Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (Hamburg, CDU) am Freitag in Glückstadt (Kreis Steinburg). Das „Hafenkonzept Unterelbe“ umfasst eine enge Zusammenarbeit im technischen und kaufmännischen Bereichen, beim Marketing und im Flächen- und Ansiedlungsmanagement. Kritik kam von der Umweltorganisation BUND.

Für Gedaschko sind Wettbewerb und Kooperation kein Widerspruch Alle Häfen an der Unterelbe teilten die gleiche seewärtige Zufahrt. „Die Kunden schauen nicht nur auf die einzelnen Häfen, sondern sehen diese als Gesamtangebot an maritimen Dienstleistungen in der Unterelberegion.“ Er halte es daher für richtig, dass sich die norddeutschen Länder und die Verwaltungen der fünf Häfen auf eine enge Zusammenarbeit verständigt hätten. „Die Elberegion muss sich international noch geschlossener präsentieren, um weiter Erfolg zu haben“, sagte Gedaschko.

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Rösler verwies auf sein Land: „In Niedersachsen haben wir langjährige Erfahrungen in der Zusammenarbeit von unterschiedlichen Häfen. Daher sehen wir auch - wie Hamburg und Schleswig-Holstein - große Chancen für eine Zusammenarbeit in der Unterelberegion. Dieses wollen wir auf einer partnerschaftlichen Ebene vorantreiben.“

Auch Biel sieht steigende Chancen für die Unterleberegion bei gemeinsamen Bemühungen. Die Häfen seien als Drehscheibe des internationalen Warenaustausches, als Logistik- und Dienstleistungszentren und als Industriestandorte besonders wichtig. Die Region liege günstig an der Schnittstelle der Verkehre nach Mittel-, Nord- und Osteuropa. „Nach Abflauen der aktuellen konjunkturellen Krise werden die Unterelbehäfen von ihrer geografischen Lage profitieren und überdurchschnittliche Wachstumsraten zeigen“, sagte Biel.

Der Minister betonte die guten Ergänzungsmöglichkeiten der Häfen, da diese unterschiedliche Schwerpunkte hätten. So sei Brunsbüttel in der Lage, Hamburg die Vorteile eines flexiblen Universalhafens und freie Flächen anzubieten. Biel: „Was in Hamburg nicht geht, geht in Brunsbüttel.“

Aus Sicht des BUND ist das Konzept dagegen „eine verschenkte Chance“. Es bleibe weit hinter den Erwartungen zurück. Statt einer echten Kooperation zur Stärkung im internationalen Wettbewerb solle es nur ein gemeinsames Marketing und eine längst überfällige Zusammenarbeit der Hafenverwaltungen geben. „Die Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Lösung, über sinnvolle Arbeitsteilungen vermeidbare Belastungen von Umwelt, Steuerzahler und nachfolgenden Generationen zu minimieren, wurden versäumt“, teilte die schleswig-holsteinische BUND-Landesvorsitzende Sybille Macht-Baumgarten mit.

Die Geschäftsführungen der beteiligten Hafenverwaltungen hatten im Auftrag der Länder unter Federführung der Hamburg Port Authority das Kooperationskonzept erarbeitet.

lni