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Politik Nicht einmal jeder Zehnte
 erreicht die Rente mit 65
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 erreicht die Rente mit 65
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00:03 14.07.2009
Weniger Geld im Alter: Netto-Alterseinkommen der Männer sinkt.
Weniger Geld im Alter: Netto-Alterseinkommen der Männer sinkt. Quelle: Stefan Kiefer/ddp
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Von den 63- bis 65-Jährigen seien im September 2008 lediglich 7,4 Prozent in Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion. Bei den 58- bis 63-Jährigen waren es nach einer Tabelle des Bundesarbeitsministeriums 26,6 Prozent, bei den 55- bis 58-Jährigen 39,4 Prozent.

Gerade einmal 17,8 Prozent der Neurentner im Jahr 2008 waren nach den gestern veröffentlichten Daten der Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) unmittelbar davor in einem ganz normalen Job sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Rund 15 Prozent wechselten aus der Altersteilzeit in die Rente. Gut zwei Drittel waren zuvor arbeitslos, selbstständig oder hatten irgendwann zuvor in ihrem Berufsleben Rentenansprüche erarbeitet.

Im Schnitt verabschieden sich die Männer derzeit mit 63 Jahren in den Ruhestand. Jeder zweite Rentner nimmt durch ein frühzeitiges Ausscheiden Abschläge in Kauf. Einbußen drohen auch in Zukunft. Nach einer Prognose der Rentenversicherung wird die zusätzliche private und betriebliche Altersvorsorge die Einschnitte in der gesetzlichen Rente nicht ausgleichen können. Wenn die Männer der Geburtsjahrgänge 1957 bis 1961 in Ruhestand gehen, wird ihr Netto-Alterseinkommen mit durchschnittlich 1596 Euro um sechs Prozent unter dem der heutigen Neurentner liegen.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) gerät unterdessen nach seiner Kritik an der Rentengarantie in der eigenen Partei unter Druck. „Steinbrück sollte dringend in den Urlaub fahren“, sagte Niedersachsens SPD-Landeschef Garrelt Duin. „Wenn wir uns in der SPD ständig selbst zerfleischen, können wir keine Wahlen gewinnen.“ Steinbrück hatte gesagt, heutigen Rentnern gehe es so gut wie nie. Die „Gekniffenen“ seien die 25- bis 35-Jährigen.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte am Montag nach einer Parteivorstandssitzung: „Die Rentengarantie war notwendig und richtig.“ Es habe die Gefahr bestanden, dass Millionen von Rentnern in Deutschland verunsichert werden. Auch ohne die Garantie sei aber keine Kürzung der Renten zu erwarten.

von Alexander Dahl und Gabi Stief