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Politik Neue Vorwürfe gegen deutschen Kommandeur in Afghanistan
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07:50 19.09.2009
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Wie die „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe) unter Berufung auf NATO-Kreise schreibt, behauptete der deutsche Oberst, die Bundeswehr sei „im direkten Feindkontakt“ („Troops in Contact“) gewesen, als er die Luftunterstützung durch die US-Luftwaffe anforderte. Truppen der Afghanistan-Schutztruppe ISAF oder der Bundeswehr waren aber im Vorfeld des Luftschlags nicht einmal in der Nähe der beiden entführten Tankzüge.

Wie es laut der Zeitung in den Kreisen weiter hieß, habe der militärische Kommandeur des deutschen Aufbaulagers in Kundus auf die Rückfrage des ISAF-Kontrollzentrums in Kabul „Was für eine Art Kontakt“ geantwortet: „Sichtkontakt“.

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Um einen Luftschlag ohne Rückbestätigung des ISAF-Hauptquartiers befehlen zu können, müssen nach NATO-Regeln Soldaten des betroffenen Kommandeurs im direkten Feindkontakt sein. Nur weil Klein dies behauptet habe, habe er den Befehl zum Bombenangriff geben können, hieß es dem Blatt zufolge bei der NATO. Kurz vor dem Abwurf der beiden Bomben solle der Oberst auch noch einmal bestätigt haben, es bestehe eine „unmittelbare Gefahr“, die von den beiden Tanklastzügen ausginge. Tatsächlich steckten die Laster auf einer Sandbank im Kundus-Fluss fest. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin wollte sich am Donnerstag laut Zeitung nicht äußern.

ddp

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