Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Nahost-Konflikt kommt nicht zur Ruhe
Mehr Welt Politik Nahost-Konflikt kommt nicht zur Ruhe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:52 19.11.2012
Ein israelischer Soldat schläft in einem Schlafsack hinter seinem Kampfpanzer. Etwa 90 Palästinenser sollen dem israelischen Militäreinsatz bereits zum Opfer gefallen sein. Quelle: dpa
Gaza

Ungeachtet internationaler Bemühungen um eine Waffenruhe geht die Gewalt in Nahost unvermindert weiter. Die israelische Armee setzte am Montag ihre heftigen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Militante Palästinenser in dem Gebiet am Mittelmeer feuerten erneut zahlreiche Raketen auf israelische Städte. Seit Beginn des israelischen Militäreinsatzes „Säule der Verteidigung“ am vergangenen Mittwoch seien mehr als 90 Palästinenser getötet und weit über 700 verletzt worden, berichteten palästinensische Nachrichtenagenturen. Bei der Mehrheit der Opfer handele es sich um Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) reist noch am heutigen Montag in den Nahen Osten, um sich um ein Ende der Gewalt zu bemühen. Am Abend trifft er in Tel Aviv zunächst den israelischen Außenminister Avigdor Lieberman. Am Dienstag sind Gespräche mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas und mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geplant. Die Außen- und Verteidigungsminister der EU wollten bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel ebenfalls über den Gazakonflikt beraten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wurde am Montag zu Gesprächen mit dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo erwartet. Er forderte beide Konfliktparteien auf, mit Ägypten als Vermittler zusammenzuarbeiten. In Kairo fanden nach Medienberichten in den vergangenen Tagen indirekte Gespräche zwischen der Hamas und Israel statt. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu wollte am Dienstag mit einer Delegation der Arabischen Liga in den Gazastreifen reisen.

Die israelische Luftwaffe griff am Montag zwei Fahrzeuge in der Stadt Gaza an. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet. Auch im Süden des Gazastreifens starben nach Angaben von Sanitätern mindestens zwei Menschen bei Luftangriffen.

Augenzeugen in Gaza berichteten, die Häuser militanter Mitglieder der im Gazastreifen herrschenden Hamas seien gezielt angegriffen worden. Die israelische Armee bestätigte, es seien Gebäude von Hamas-Mitgliedern beschossen worden, „die als Kommandoposten und Waffenlager benutzt werden“. Seit Beginn des Einsatzes seien 1350 Ziele im Gazastreifen bombardiert worden.

Am Sonntag waren bei einem Luftangriff auf ein Gebäude in Gaza mindestens elf Mitglieder der Familie Dalu getötet worden, darunter mehrere Kinder. Zunächst hatte es geheißen, der Angriff habe einem Raketen-Kommandeur der Hamas gegolten. Ein Armeesprecher sagte am Montag, man prüfe Berichte, die Luftwaffe habe versehentlich das falsche Haus bombardiert.

In der israelischen Küstenstadt Aschkelon traf eine Rakete am Montag eine leerstehende Schule. Seit Mittwoch haben militante Palästinenser mehr als 1000 Raketen auf Israel abgefeuert, drei Menschen wurden getötet und etwa 50 verletzt. Etwa ein Drittel der Raketen werden von dem Abwehrsystem Iron Dome abgefangen.

Der israelische Vize-Außenminister Danny Ajalon sagte dem Zweiten Israelischen Fernsehen am Montag: „Unsere kategorische Forderung ist ein vollständiger Stopp der Raketenangriffe.“ Es müsse im Rahmen einer Waffenruhe auch dafür gesorgt werden, dass die radikalislamische Hamas im Gazastreifen sich nach Ende der Konfrontationen nicht wieder neu bewaffnen könne.

Hamas fordert als Bedingung für eine Waffenruhe ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen und der gezielten Tötungen sowie eine Aufhebung der Blockade des Palästinensergebiets. Israels Armee setzte am Montag die Vorbereitungen für eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen fort. Nach Angaben des israelischen Rundfunks sind etwa 40.000 Reservisten einberufen worden.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Ein Bundeswehr-Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze könnte näher rücken. Möglicherweise kommt schon am Montag eine Bitte um Luftabwehrraketen aus Ankara. Die SPD sieht noch viele offene Fragen.

19.11.2012

Die militärischen Aktionen im Gazakonflikt gehen weiter. Kann UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Wende bringen? Er will sich um eine Ende der Gewalt bemühen. Die Palästinenser glauben an keine schnelle Feuerpause.

19.11.2012

 Präsident Obama ist in Birma, einem Land, das vor zwei Jahren noch unter der Knute des Militärs stand. Er mahnt die Führung zu weiteren Reformschritten. Die Menschen sind begeistert.

19.11.2012