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Politik UN-Ermittler warnt vor Hungersnot in Nordkorea
Mehr Welt Politik UN-Ermittler warnt vor Hungersnot in Nordkorea
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07:20 14.10.2021
Pjöngjanger Bürger besuchen den sogenannten "Ehrenhain der Gefallenen des Vaterländischen Befreiungskrieges" anlässlich des Jahrestages des Waffenstillstands im Korea-Krieg. Süd- und Nordkorea haben ihre offiziellen Kommunikationskanäle nach monatelanger Unterbrechung wiederhergestellt.
Pjöngjanger Bürger besuchen den sogenannten "Ehrenhain der Gefallenen des Vaterländischen Befreiungskrieges" anlässlich des Jahrestages des Waffenstillstands im Korea-Krieg. Süd- und Nordkorea haben ihre offiziellen Kommunikationskanäle nach monatelanger Unterbrechung wiederhergestellt. Quelle: Jon Chol Jin/AP/dpa
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UN-Ermittler warnt vor Hungersnot in Nordkorea (14.10.2021)

Im abgeschotteten Nordkorea drohen nach Einschätzung eines UN-Experten Kinder und ältere Menschen zu verhungern. Die Landwirtschaft in Nordkorea habe mit einer Reihe schwerer Probleme zu kämpfen, die die ohnehin große Not der Menschen dort noch verschärften, sagte Ermittler Tomás Ojea Quintana in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht an die UN-Vollversammlung.

Neben den internationalen Sanktionen setzt Nordkorea demnach ein Einbruch bei den Importen von Düngemitteln und anderen Agrarprodukten aus China zu. Dazu kämen noch ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest und die Folgen der strikten Corona-Beschränkungen im Land.

Vor der Pandemie hatten 40 Prozent der Nordkoreaner keinen gesicherten Zugang zu Nahrung. Jetzt seien es nach Zahlen der Welternährungsorganisation der UN noch deutlich mehr, sagte Ojea Quintana.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte am Montag seine Staatsbeamten dazu aufgerufen, die „düstere Lage“ und die „beispiellosen Schwierigkeiten“, denen sich das Land gegenübersehe, zu überwinden, und die Lebensbedingungen der Menschen abzusichern. (AP)

Kim Jong Un: USA und Südkorea „erhöhen die militärische Instabilität“ (12.10.2021)

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hält die USA und Südkorea für verantwortlich für die Destabilisierung der Halbinsel. Die Entwicklung von Waffen sei angesichts der feindseligen Politik der Vereinigten Staaten und der militärischen Aufrüstung in Südkorea eine Frage der Selbstverteidigung.

Das sagte Kim laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA bei einer Rede auf einer Messe für Verteidigungs­entwicklung am Dienstag. Die „uneingeschränkten und gefährlichen“ Bemühungen Südkoreas, das Militär zu stärken, „zerstören das militärische Gleichgewicht auf der koreanischen Halbinsel und erhöhen die militärische Instabilität und Gefahr“, sagte Kim vor einer Reihe von Waffen, darunter Nordkoreas größte Interkontinentalrakete, eine ballistische Interkontinentalrakete (ICBM) vom Typ Hwasong-16, wie Fotos in der Parteizeitung „Rodong Sinmun“ zeigten.

Nordkorea treibt auch sein Raketenprogramm weiter voran und hat Beobachtern zufolge mit dem Ausbau eines Kernreaktors zur Herstellung von Nuklearraketen begonnen. Nord- und Südkorea befinden sich in einem Rüstungswettlauf, bei dem beide Seiten zunehmend fortschrittliche ballistische Kurzstreckenraketen und andere Waffen testen.

Die Vereinigten Staaten haben erklärt, dass sie jederzeit zu diplomatischen Gesprächen mit Nordkorea bereit sind. Die Regierung in Pjöngjang lehnt das jedoch ab, solange die USA an Maßnahmen wie Sanktionen und militärischen Aktivitäten in Südkorea festhalten.

Die Beteuerungen der Vereinigten Staaten, sie hegten keine Feindseligkeit gegenüber Nordkorea, seien angesichts ihrer fortgesetzten „Fehleinschätzungen und Aktivitäten“ schwer zu glauben, sagte Kim, ohne näher darauf einzugehen. (RND/Reuters)

Medienberichte: Nordkorea hatte staatliches Drogenlabor aufgebaut (11.10.2021)

Nordkorea soll nach Angaben eines Überläufers jahrelang mit staatlich organisiertem Drogenhandel Devisen für die Herrscherfamilie Kim beschafft haben. Er sei der 1990er Jahre mit der Aufgabe betreut worden, „revolutionäre Gelder“ für den damaligen Machthaber Kim Jong Il zu beschaffen, sagte der Mann der BBC. Das bedeute Drogengelder. Der Mann, der unter dem Pseudonym Kim Kug Song erstmals in der Öffentlichkeit auftrat, soll jahrelang für den nordkoreanischen Geheimdienst gearbeitet haben und nun für den südkoreanischen Geheimdienst tätig sein.

„Nachdem ich mit der Aufgabe betreut worden war, habe ich drei Ausländer aus dem Ausland nach Nordkorea geholt, im Ausbildungszentrum des Verbindungsbüros 715 der Arbeiterpartei eine Produktionsbasis aufgebaut und Drogen hergestellt“, sagt der Mann, Dabei habe es sich um Methamphetamine, auch bekannt als Crystal Meth, gehandelt.

Kim Kug Song floh laut eigenen Angaben 2014 aus seinem Heimatland, weil er im Zuge von Säuberungsaktionen des aktuellen Machthabers Kim Jong Un Angst um sein Leben hatte. Seither lebe er in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul und arbeite beim dortigen Geheimdienst.

Seine Aussagen über staatlich betriebene Drogenlabore in Nordkorea können nicht unabhängig überprüft werden, doch sie decken sich mit den Angaben anderer nordkoreanischer Überläufer. Auch Thae Yong Ho, der einst in der nordkoreanischen Botschaft in London gedient hatte, sprach 2019 auf der Menschenrechtskonferenz Oslo Freedom Forum von staatlich gefördertem Drogenhandel Nordkoreas. (dpa)

Kim Jong Un sieht „düstere Lage“ der Wirtschaft (11.10.2021)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seine Staatsbeamten dazu aufgefordert, sich angesichts einer „düsteren Lage“ darauf zu konzentrieren, „die Lebensumstände der Bevölkerung“ zu verbessern. Das Land stehe zudem vor großen Aufgaben bei der Entwicklung der Staatswirtschaft und beim Erreichen der festgelegten Wirtschaftsziele, sagte Kim während einer Rede zum 76. Jahrestags der Gründung der Arbeiterpartei Koreas.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, wurde der Feiertag in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang mit mehreren Kunstaufführungen und einem Feuerwerk begangen. Eine Militärparade soll allerdings nicht abgehalten worden sein.

Nordkoreas ohnehin durch Sanktionen angeschlagene Wirtschaft befindet sich seit der Corona-Pandemie in einem zunehmend desolaten Zustand. Das Land ist nach wie vor praktisch vollständig von der Außenwelt isoliert. Am Wochenende sollen zwei rumänische Botschaftsmitarbeiter Nordkorea verlassen haben, wie das Fachmedium NK News unter Berufung auf informierte Quellen berichtet. Damit sei die letzten diplomatische Vertretung eines Landes der Europäischen Union in Nordkorea geschlossen worden. (dpa)

Seoul und Pjöngjang öffnen wieder Kommunikationskanäle (04.10.2021)

Nach wochenlanger Unterbrechung haben Süd- und Nordkorea ihre direkten Kommunikationskanäle wieder geöffnet. Die Verbindung über die Telefon- und Faxleitungen sei wiederhergestellt, teilte das Vereinigungsministerium am Montag mit. Die Behörde äußerte die Hoffnung, dass beide Seiten die Kanäle zur Wiederaufnahme des Dialogs nutzen. Durch den Schritt sei „die Grundlage dafür geschaffen worden, die Beziehungen zwischen beiden Koreas wieder auf den richtigen Weg zu bringen“.

Beide Seiten unterhalten weder eine Botschaft noch ein Verbindungsbüro im jeweils anderen Land. Die grenzüberschreitenden Leitungen zwischen den Regierungen und Militärs bilden die Grundlage für die Verständigung, etwa bei Absprachen über Gespräche sowie über den Austausch von Personen und Gütern. Außerdem soll damit militärischen Zusammenstößen vorgebeugt werden.

Auf diesem von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellten Foto spricht Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, während einer Parlamentssitzung in Pjöngjang, Nordkorea. Nach wochenlanger Unterbrechung haben Süd- und Nordkorea ihre direkten Kommunikationskanäle wieder geöffnet. Quelle: Uncredited/KCNA via KNS via AP/d

Auch Südkoreas Militär bestätigte, dass die Verbindungskanäle zur Gegenseite wieder für tägliche Routineanrufe benutzt würden. Eine Ausnahme sei jedoch ein von der Marine betriebener Kanal, der über ein internationales Kommunikationsnetz für Handelsschiffe genutzt wird.

Beide Staaten hatten ihre Leitungen zwischen den Regierungen und den Militärs bereits Ende Juli wieder geöffnet, nachdem sie Nordkorea im vergangenen Jahr aufgrund neuer Spannungen einseitig gekappt hatte. Doch nach nur zwei Wochen hatte das weithin abgeschottete Nordkorea die Verbindung aus Protest gegen gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA wieder eingestellt.

Kim hatte Südkorea in der vergangenen Woche bei einer Parlamentssitzung in Pjöngjang seine Absicht mitgeteilt, die Kommunikation zu Südkorea wiederherzustellen. Ob Kim damit den direkten Weg zum Dialog mit Seoul sucht, war zunächst unklar. Der südkoreanischen Regierung warf er in Anspielung auf deren Kritik an nordkoreanischen Waffentests eine „Konfrontationshaltung“ vor.

Zuletzt hatte Pjöngjang unter bestimmten Bedingungen wieder Gespräche mit dem Nachbarn einschließlich eines neuen Gipfeltreffens in Aussicht gestellt. „Südkorea sollte positive Anstrengungen übernehmen, die Nord-Süd-Beziehungen auf den richtigen Kurs zu setzen“, hieß es am Montag in den Staatsmedien.

Nordkorea, das wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen ist, hatte im vergangenen Monat durch neue Raketentests für Unruhe gesorgt. Unter anderem hatte das Land nach eigenen Angaben eine sogenannte Hyperschallrakete getestet. Wegen ihrer großen Geschwindigkeit können Waffen dieser Art nur schwer abgefangen werden. Südkorea äußerte wegen des Tests sein Bedauern.

Auch hatte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In bezeichnete damals den Test als „Provokation“. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. (dpa)

Nordkorea droht dem UN-Sicherheitsrat (03.10.2021)

Nordkorea hat dem UN-Sicherheitsrat nach dessen Kritik am Raketenprogramm des Landes mit Vergeltung gedroht. Das ranghohe UN-Gremium sollte „besser daran denken, was für Konsequenzen es in Zukunft bringen“ werde, falls es Nordkoreas Souveränität anzutasten versuche, warnte Jo Chol Su, ein Top-Funktionär im Außenministerium in Pjöngjang, am Sonntag in einer von den Staatsmedien verbreiteten Mitteilung. Dem UN-Sicherheitsrat warf er überdies Doppelmoral vor, da er nicht in gleicher Weise ähnlichen Waffentests der USA und deren Verbündeten entgegentrete.

Auch hatte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In bezeichnete damals den Test als „Provokation“. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.ssende Durchsetzung von Resolutionen des Gremiums, die Pjöngjang das Zünden ballistischer Raketen verbieten.

Erstmals seit einem halben Jahr hatte das kommunistisch geführte Land im September wieder Raketen erprobt, was die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verschärfte. Erprobt wurden auch nuklearfähige Waffen, die Südkorea und Japan erreichen könnten. Zugleich zeigte sich Pjöngjang offen für einen neuen Dialog mit Seoul, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt seien. Einige Experten vermuten, dass die kommunistische Führung mit der Offerte Südkorea letztlich dazu bringen will, sich für eine Lockerung der US-Strafmaßnahmen gegen Nordkorea einzusetzen.

US-Regierungsvertreter drängen Nordkorea zwar, ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Doch knüpft Pjöngjang dies an eine Abkehr der Amerikaner von ihrer „feindseligen Politik“, womit offenbar die Sanktionen und regelmäßige Militärmanöver von USA und Südkorea gemeint sind. (AP)

Nordkorea vermeldet weiteren Test von Flugabwehrrakete (01.10.2021)

Nordkorea hat nach eigenen Angaben seine Tests neu entwickelter Raketen fortgesetzt. Beim jüngsten Test sei erfolgreich eine Flugabwehrrakete erprobt worden. Die Akademie für Verteidigungswissenschaft habe den Versuchsstart am Donnerstag unternommen, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Freitag. Der Test sei von „großer praktischer Bedeutung“ für die Entwicklung vielversprechender Flugabwehr-Raketensysteme. Es seien „neue Schlüsseltechnologien“ eingeführt worden, um Ziele in der Luft in größerer Entfernung genau zu treffen.

Unklar war, wie groß die Reichweite der erprobten Rakete war. Südkoreas Militär bestätigte den Test im abgeschotteten Nachbarland zunächst nicht. (dpa)

Kim kündigt Wiederaufnahme der Kommunikation mit Seoul an (30.09.2021)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beschuldigt Südkorea, eine „Konfrontationshaltung“ einzunehmen. Dennoch will er die Kommunikation zum Nachbarn wiederaufnehmen. Kims Schwester macht im abgeschotteten Nordkorea weiter Karriere.

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Nach wochenlanger Funkstille: Kim Jong Un will wieder Kontakt mit Südkorea aufnehmen

Nordkorea feuerte neu entwickelte Hyperschallrakete ab (29.09.2021)

Nordkorea hat den Test einer neu entwickelten Hyperschall-Rakete gemeldet. Staatlichen Medien veröffentlichten am Mittwoch das Foto einer Rakete mit einer kegelförmigen Spitze, die sich in die Luft erhebt. Es handle sich um eine wichtige Ergänzung des strategischen Waffenarsenals, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Der südkoreanische Generalstab erklärte, nach seiner Einschätzung sei die Rakete noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

Der Test am frühen Dienstagmorgen war Nordkoreas dritter Raketenstart in diesem Monat. KCNA berichtete, die Rakete habe bei ihrem ersten Flug die wichtigsten technischen Anforderungen erfüllt, darunter die Stabilität beim Start und die Manövrierfähigkeit. Auch die Treibstoffzelle sei stabil geblieben. Dies deutet daraufhin, dass die Rakete mit Flüssigtreibstoff arbeitet und jahrelang startbereit sein kann. Die Technologie für Raketen mit Flüssigtreibstoff ist aufwendig, weil sie anders als Feststoffraketen betankt und zum Startplatz transportiert werden müssen, wobei sie leichter von Spionagesatelliten entdeckt werden können.

Auf einem Treffen der Staatspartei im Januar hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Hyperschall-Gleitflugkörper, die von einer Rakete gestartet werden, als erstrebenswerte Entwicklung bezeichnet.

Der südkoreanische Generalstab erklärte, Nordkorea werde wohl noch eine beachtliche Zeit brauchen, bis der neue Raketentyp einsatzfähig sei. Der Nordkorea-Spezialist Kim Dong Yub von der Universität Seoul sagte, Nordkorea versuche offenbar, die Mobilität seiner Waffen zu erhöhen.

Die Berichte in den staatlichen Medien Nordkoreas erschienen einen Tag, nachdem das südkoreanische und das japanische Militär erklärt hatten, Nordkorea habe erneut eine Rakete getestet. Das Geschoss sei östlich des Landes im Meer niedergegangen.

Nordkorea hat in der vergangenen Woche angeboten, die Beziehungen zum Süden zu verbessern, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt würden. Die Regierung in Pjöngjang kehrte damit offenbar zu seinem Vorgehen zurück, Waffendemonstrationen mit Friedensangeboten zu verbinden, um Zugeständnisse aus dem Ausland zu erlangen. Die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm stecken seit Februar 2019 in einer Sackgasse.

In einem separaten Bericht der KCNA hieß es, das Parlament des Nordens habe am Dienstag eine Sitzung eröffnet und innenpolitische Themen wie Wirtschaftspolitik und Jugendbildung erörtert; die Beratungen würden fortgesetzt. Einige Experten vermuteten, dass der Norden die Sitzung nutzen könnte, um die festgefahrene Nukleardiplomatie anzusprechen. In den staatlichen Medien wurden jedoch keine Aussagen gegenüber Washington und Seoul erwähnt. (AP)

Südkorea: Nordkorea feuert erneut Kurzstreckenrakete ab (28.09.2021)

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs eine Kurzstreckenrakete ins offene Meer abgefeuert. Die Rakete sei von der Provinz Chagang an der Grenze zu China abgeschossen worden und in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea am Dienstag mit. Unklar war demnach zunächst, wie weit sie flog und um welchen Raketentyp es sich handelte. Südkoreas Nationaler Sicherheitsrat äußerte sein Bedauern wegen des erneuten Raketentests durch das Nachbarland.

Die japanische Regierung, die den Raketenstart ebenfalls bestätigte, ging nach Berichten der Nachrichtenagentur Kyodo von einer ballistischen Rakete aus. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test solcher Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen könne. Das Land ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Unterdessen betonte Nordkoreas UN-Botschafter Kim Song in New York am Montag (Ortszeit), sein Land habe das unbestreitbare Recht, Waffensysteme jeglicher Art zu entwickeln und zu testen. Den USA warf Kim bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung eine feindselige Politik gegen sein Land vor - was von Washington bestritten wird. Kim rief die USA auf, ihre gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea ein für alle Male einzustellen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über dessen Atomprogramm kommen seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. (dpa)

Nordkorea nennt Vorschlag zu Kriegsende-Erklärung gute Idee (24.09.2021)

Nordkorea hat einem Vorstoß von Südkorea für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen keine grundsätzliche Absage erteilt, diesen aber als voreilig bezeichnet. Es mache keinen Sinn, einen offiziellen Schlussstrich unter den Korea-Krieg von 1950 bis ‚53 zu ziehen, solange noch all „die Dinge, die vielleicht die Saat eines Krieges zwischen den Beteiligten werden“, bestehen blieben, erklärte Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, am Freitag. Zuerst müsse Südkorea seine feindliche Haltung aufgeben.

Es dürfe nicht weiter mit zweierlei Maß messen, indem Südkorea seine eigenen Handlungen rechtfertige, während es Nordkorea das Recht auf Selbstverteidigung abspreche. „Nur wenn eine solche Voraussetzung erfüllt ist, wäre es möglich, sich von Angesicht zu Angesicht zusammenzusetzen, die bedeutende Beendigung des Krieges zu erklären und die Frage der Nord-Süd-Beziehungen und die Zukunft der koreanischen Halbinsel zu diskutieren.“

Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte am Dienstag in einer Ansprache vor den Vereinten Nationen einen Aufruf zur offiziellen Beendigung des Korea-Kriegs bekräftigt. Der Konflikt in den 1950er-Jahren wurde lediglich mit einem Waffenstillstandsabkommen beendet. Einen Friedensvertrag gibt es nicht. Formell gesehen befinden sich die beiden Nachbarn somit weiterhin im Kriegszustand. (Reuters)

Südkorea fordert von USA Wiederaufnahme der Gespräche mit Nordkorea (22.09.2021)

Südkoreas Präsident Moon Jae In hat vor den Vereinten Nationen einer rasche Wiederaufnahme der Gespräche mit Nordkorea gefordert. Sowohl der Dialog zwischen seinem Land und Nordkorea als auch der zwischen den USA und Nordkorea müsse so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden, sagte Moon am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. „Wenn die beiden Koreas und die umliegenden Länder zusammenarbeiten, wird Frieden fest etabliert werden.“

Südkorea werde immer bereitstehen, Nordkorea „in kooperativem Geist“ entgegenzukommen, sagte Moon. Nordkorea müsse sich auf die Veränderungen einer „neuen Ära der Gemeinschaft“ einstellen. Nach nordkoreanischen Raketentests hatte es zuletzt wieder neue Spannungen und Funkstille zwischen den beiden Ländern gegeben. (dpa)

Nordkorea warnt USA vor nuklearem Wettrüsten nach U-Boot-Abkommen (20.09.2021)

Nordkorea sieht durch den vergangene Woche vorgestellten Indopazifik-Sicherheitspakt zwischen den USA, Australien und Großbritannien den regionalen Frieden und die globalen Bemühungen zur Nichtverbreitung von Atomwaffen gefährdet. Die Entscheidung der USA, Australien technologisch beim Bau von nuklear betriebenen U-Booten zu unterstützen, sei unverantwortlich, erklärte das Außenministerium in Pjöngjang laut staatlichen Medien am Montag.

„Das sind äußerst unerwünschte und gefährliche Handlungen, die das strategische Gleichgewicht in der Asien-Pazifik-Region stören und eine Kette nuklearen Wettrüstens auslösen werden.“ Nordkorea werde die Hintergründe des Vorgehens der Amerikaner genau prüfen und „entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen, falls sie die Sicherheit unseres Landes auch nur geringfügig beeinträchtigen“.

Die US-Regierung hatte erklärt, es gehe bei dem Pakt darum, die regionale Sicherheit zu stärken. Nordkorea entgegnete, eine solche Haltung laufe darauf hinaus, dass jedes Land Nukleartechnologie verbreiten könne, wenn es in seinem Interesse sei. „Das zeigt, dass die USA der Hauptschuldige sind, der das internationale nukleare Nichtverbreitungssystem stürzt.“ Die Amerikaner gingen mit zweierlei Maß vor.

Neben Nordkorea und China hat der Pakt auch die Regierung in Paris erzürnt, weil durch das Bündnis dem französischen Reedereikonzern Naval Group ein 2016 von Australien erteilter Auftrag zum Bau einer neuen U-Boot-Flotte im Volumen von 40 Milliarden Dollar durch die Lappen geht. Frankreich hat deswegen seine Botschafter aus Washington und Canberra abgezogen. (Reuters)

IAEA-Chef: Nordkorea treibt Atomprogramm „mit Vollgas“ voran (20.09.2021)

Nordkoreas umstrittenes Nuklearprogramm läuft laut internationalen Atomwächtern auf Hochtouren. Dazu gehörten die Anreicherung von Uran und die Gewinnung von Plutonium, sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Montag in Wien. „In der Demokratischen Volksrepublik Korea fährt das Atomprogramm mit Vollgas voran“, sagte Grossi zu Beginn des jährlichen Treffens der IAEA-Mitgliedstaaten. Damit verletze Pjöngjang klar mehrere UN-Resolutionen.

Die Inspektoren der IAEA haben keinen Zugang zu dem abgeschotteten Land, das bereits mehrere nukleare Testexplosionen zur Entwicklung von Atomwaffen durchgeführt hat. Die Wiener Atombehörde setzt jedoch Satelliten ein, um die Atomanlagen zu beobachten.

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Im Vorfeld der IAEA-Konferenz hatte die IAEA über Anzeichen berichtet, wonach Nordkorea den Atomreaktor in seinem umstrittenen Nuklearzentrum Yongbyon wieder in Betrieb genommen hat. Der kleine Reaktor kann Plutonium zur Herstellung von Atombomben liefern. Auch mit angereichertem Uran können Atomsprengköpfe gebaut werden. Vor einer Woche hatte Nordkorea den erfolgreichen Test strategisch wichtiger Raketen gemeldet und angedeutet, dass die Lenkflugkörper auch für Atomsprengköpfe entwickelt wurden.

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können. Nordkorea hat sich selbst zu einer Atommacht erklärt. Nach Schätzungen der amerikanischen Organisation Arms Control Association vom August 2020 lagern in Nordkorea 30 bis 40 Atomsprengköpfe.

Kims Schwester droht Südkorea nach Raketentest

Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un hat Südkorea nach einem Raketentest mit der „kompletten Vernichtung“ aller Beziehungen gedroht. In einer von den Staatsmedien verbreiteten Erklärung griff Kim Yo Jong am Mittwoch den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In scharf an, der erklärt hatte, die neu entwickelte Rakete könne als Abschreckung gegenüber Nordkorea dienen. Nur wenige Stunden vor Südkorea hatte auch Nordkorea neue Raketen getestet.

Kim Yo Jong sagte, Nordkorea entwickle seine militärischen Fähigkeiten zum Zwecke der Selbstverteidigung und ohne auf ein bestimmtes Land abzuzielen. Auch Südkorea steigere seine militärischen Fähigkeiten. Wenn sich der südkoreanische Präsident an „Verleumdung und Herabsetzung“ beteilige, werde darauf mit Gegenmaßnahmen reagiert, erklärte sie und drohte mit der Vernichtung der Beziehungen der beiden Staaten. „Wir wollen das nicht.“

Die Raketentests unterstreichen die Rückkehr von Spannungen im Verhältnis beider Länder zu einem Zeitpunkt, an dem Gespräche über die Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms festgefahren sind.

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Zunächst hatte Nordkorea am Mittwoch zwei Geschosse gestartet, wie das südkoreanische Militär mitteilte. Kurz darauf gab Südkorea bekannt, es habe erstmals eine Rakete von einem U-Boot aus gestartet.

Die Raketen aus Nordkorea legten nach Angaben Südkoreas eine 800 Kilometer lange und 60 Kilometer hohe Flugbahn zurück und schlugen in Gewässern zwischen Japan und der Koreanischen Halbinsel ein.

Südkorea teilte kurz darauf mit, es habe eine neu entwickelte Rakete von einem U-Boot der 3000-Tonnen-Klasse aus gestartet. Sie sei am geplanten Ziel eingeschlagen. Dass Südkorea solche Test öffentlich bekannt gibt, ist ungewöhnlich. Beobachter erklärten, möglicherweise reagiere Präsident Moon Jae In damit auf Kritik, er verhalte sich gegenüber Nordkorea zu nachgiebig.

Der nordkoreanische Test verstößt gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Der japanische Ministerpräsident Yoshihide Suga kritisierte den Test als Gefahr für Frieden und Sicherheit seines Landes. Das sei absolut empörend. „Die japanische Regierung ist entschlossen, ihre Wachsamkeit und Überwachung weiter zu verstärken, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein“, sagte Suga.

Erst am Montag hatte Nordkorea mitgeteilt, es habe am Wochenende einen neuen Marschflugkörper zweimal getestet. Die strategische Waffe habe eine Reichweite von bis zu 1500 Kilometern. Damit könnte Nordkorea unter anderem Japan bedrohen. Es war der erste bekannte nordkoreanische Raketentest seit sechs Monaten. (AP)

Der Artikel "UN-Ermittler warnt vor Hungersnot in Nordkorea" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.