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12:12 06.08.2009
Zum Einsatz kommen zwölf deutsche „Tornado“-Jagdbomber, sechs deutsche Jagdflugzeuge „Phantom“ sowie sechs Jagdflugzeuge „Hornet“ der finnischen Luftwaffe. Quelle: Insa Korth/ddp (Archiv)
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Während der 18-tägigen Übung „Forceval 2009“ (Fliegende Verbände) würden Einsatzkontingente beider Staaten für mögliche Aufträge im Rahmen des NATO-Programms „Partnership for Peace“ überprüft, sagte am Donnerstag der Sprecher der 2. Luftwaffendivision Birkenfeld in Rheinland-Pfalz, William Damerius.

Neben Jagd- und Jagdbombergeschwadern aus Rheinland-Pfalz, Bayern und Niedersachsen werden erstmals auch finnische Kampfverbände teilnehmen. Zum Einsatz kommen zwölf deutsche „Tornado“-Jagdbomber, sechs deutsche Jagdflugzeuge „Phantom“ sowie sechs Jagdflugzeuge „Hornet“ der finnischen Luftwaffe. Darüber hinaus beteiligen sich Einheiten der Einsatzunterstützungsgruppe Trollenhagen sowie des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ aus Jever in Niedersachsen mit Einsätzen zur Kampfmittelabwehr an dem Manöver.

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Geprobt werde vor allem die Bildung eines gemeinsamen NATO-Einsatzverbands, seine schnelle Verlegung und die Herstellung der Einsatzbereitschaft, sagte Damerius. Nach dem fiktiven Übungsszenario wird ein neutraler Staat von zwei aggressiven Nachbarländern bedroht. Daraufhin seien die NATO und ihre Verbündeten von den Vereinten Nationen zum militärischen Eingreifen autorisiert worden. Getestet würden unter anderem Einsätze zur Wahrung der Integrität des Luftraums, Luftangriffe gegen Terroristen sowie Rettungs-, Evakuierungs- und humanitäre Hilfseinsätze.

Das Übungsgebiet erstreckt sich voraussichtlich auf den Luftraum in Süddeutschland sowie auf die Nord- und Ostsee. Während des Flugbetriebs werde es vom 7. bis 25. September werktags von 8.30 bis 11.30 Uhr, 14.00 bis 17.00 Uhr sowie 20.00 bis 23.00 Uhr in den Landkreisen rund um Neubrandenburg zu erhöhtem Fluglärm kommen, sagte Damerius. Nachtflüge seien dagegen nicht geplant.

Finnland ist kein NATO-Mitglied, kooperiert aber mit dem Bündnis seit 1994 im Rahmen der „Partnerschaft für Frieden“. Als Mitglied des euro-atlantischen Partnerschaftsrats mit der NATO nahmen finnische Soldaten an Sicherungseinsätzen im Kosovo, in Afghanistan sowie an einem EU-Kampfverband teil.

Auf dem Militärflugplatz Trollenhagen sind normalerweise keine fliegenden Verbände der Luftwaffe permanent stationiert. Wegen seiner guten Infrastruktur als Verlegeflugplatz eigne sich der Standort jedoch hervorragend für kostengünstige Überprüfungen von NATO-Einsatzkontingenten mit mehr als 2000 Soldaten, sagte Damerius. Den Platz hatten in den vergangenen Jahren bereits Luftstreitkräfte aus Belgien, den Niederlanden, Polen und den USA genutzt. Darüber hinaus wird Trollenhagen für Ausbildungsflüge im „Eurofighter“ sowie als Zwischenlandeplatz für Hubschrauber von Polizei, Bundespolizei und Heer genutzt.

ddp