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Politik NATO bereitet Abzug aus Afghanistan vor
Mehr Welt Politik NATO bereitet Abzug aus Afghanistan vor
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19:09 23.04.2010
UN-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen
UN-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen Quelle: ap
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NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte am Freitag in Tallinn nach Beratungen der NATO- Außenminister: „Die afghanische Regierung übernimmt mehr Verantwortung für ihr Land. Wir bereiten uns darauf vor, die Sicherheitsverantwortung an die Afghanen zurückzugeben, wo die Umstände das erlauben.“

Bundesaußenminister Guido Westerwelle bekräftigte in Tallinn, die Bundesregierung wolle nach wie vor Ende kommenden Jahres „so weit sein, dass zum ersten Mal auch das Bundeswehrkontingent zurückgeführt werden kann“. Wie viele Soldaten dann abgezogen werden könnten, lasse sich noch nicht sagen. „Wir wollen nicht auf Dauer in Afghanistan bleiben.“ Es bleibe beim Ziel, dass von 2014 an Afghanistan selbst für seine Sicherheit verantwortlich sei.

Die Präsenz der derzeit 102 000 Soldaten der NATO-geführten Afghanistan-Schutztruppe ISAF werden voraussichtlich ab Ende 2011 dort reduziert, wo Armee und Polizei Afghanistans selbst die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen können. Eine erste konkrete Entscheidung ist beim NATO-Gipfel im November in Lissabon geplant. Deutschland hat derzeit nach Bundeswehrangaben knapp über 4300 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Die NATO bezifferte die Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan auf 4700. Der Bundestag hat das Mandat auf maximal 5350 Soldaten begrenzt.

„Viele Länder haben in diesem Einsatz Soldaten verloren, aber in diesem Jahr machen wir Fortschritte“, sagte Rasmussen. „In diesem Jahr wird die Dynamik zunehmend auf unserer Seite sein.“ Die Sicherheitslage in Afghanistan sei „sehr herausfordernd“. Er fügte hinzu: „Die Zukunft ist klar und sichtbar: Mehr afghanische Fähigkeiten und mehr afghanische Führung.“ Zur neuen NATO-Strategie der Partnerschaft mit den afghanischen Sicherheitskräften und massiven Truppenverstärkungen der ISAF sagte er: „Wir sollten keine Illusionen haben. Fortschritte wird es nicht schnell und nicht leicht geben. Aber wir sehen, dass es nun passiert.“

„Ein kopfloses Abziehen wäre aus unserer Sicht ein schwerer Fehler, sagte Westerwelle. Wichtig sei, dass die afghanischen Sicherheitskräfte hinreichend vorbereitet seien. Die Verantwortung solle daher „Schritt für Schritt“ übergeben werden.

dpa

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