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Politik Münchner Uni-Besetzer von außen mit Proviant versorgt
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18:29 26.12.2009
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Nach der Verriegelung der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität über Weihnachten haben Studenten und sympathisierende Bürger die Besetzer im Gebäude von außen mit Proviant versorgt. Die 20 bis 30 im Audimax ausharrenden Besetzer ließen am Sonnabend aus einem Fenster im zweiten Stockwerk ein Seil hinunter, an das ihre Unterstützer eine Kiste mit Obst, Lebkuchen, Konservendosen, Zahnbürsten und Deo banden.

Die Versorgungsaktion sei nach einiger Zeit vom Sicherheitsdienst der Uni unterbunden worden, sagte eine Sprecherin der Studenten. Dennoch sei es gelungen, die „Luftbrücke“ über ein anderes Fenster wieder einzurichten und den Besetzern noch zehn Pizzen zukommen zu lassen.

Nach Studentenangaben hatte die Hochschule am Freitag den freien Zugang zum besetzten Audimax beschränkt. Es dürften zwar noch Besetzer das Gebäude verlassen, eine Rückkehr werde hingegen vom Sicherheitsdienst der Uni, der auf 30 Mann aufgestockt worden sei, verhindert. Sämtliche Eingänge seien versperrt und die Gitter am Haupteingang geschlossen worden. Der vorhandene „Protestproviant“ in der Universität sei nur für das Weihnachtsfest an Heiligenabend kalkuliert gewesen, daher hätten die Besetzer mit Lebensmitteln versorgt werden müssen.

Die Studenten vermuten, dass die Hochschulleitung mit „einer Strategie der stillen Räumung“ den mehr als sechs Wochen andauernden Protest gegen die Bildungsumstände beenden wolle. Mit der Besetzung protestieren sie gegen die Studienbedingungen, die Probleme mit den neuen Bachelor-Studiengängen und die Studiengebühren. Außerdem verlangen sie mehr Teilhabe an den Entscheidungsprozessen in der Hochschule. Anfang Dezember hatte die Hochschulleitung bereits schon einmal mit einer Zwangsräumung durch die Polizei gedroht, da der Lehrbetrieb durch die Besetzung erheblich beeinträchtigt werde.

ddp