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Politik Morddrohungen: Debatte um Schweinefleisch in Leipziger Kitas dreht sich
Mehr Welt Politik Morddrohungen: Debatte um Schweinefleisch in Leipziger Kitas dreht sich
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19:39 31.07.2019
Nachdem der Leipziger Oberbürgermeister Morddrohungen an die Leipziger Kitas im Zuge der Schweinefleischdebatte öffentlich gemacht hat, wendet sich die Debatte. Quelle: Sebastian Willnow/dpa
Leipzig

Bis Dienstag war unklar, auf welche Art und Weise die beiden Leipziger Kitas bedroht werden, in denen es vergangene Woche ein vorübergehendes Schweinefleisch-Verbot gegeben hatte. Dann meldete sich Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) per Facebook-Post aus seinem Urlaub und machte erstmals einige konkrete Bedrohungen öffentlich, die in den Kitas eingingen. Die Resonanz in den sozialen Netzwerken war enorm – und die dortige Debatte, die bis dahin teils heftige Kritik gegenüber den Kitas enthielt, geht jetzt in eine andere Richtung.

„Ich werde sie töten, mit einem Messerstich ins Herz.“

OBM Jung zitiert aus Drohungen, die schriftlich oder sogar persönlich bei den Kitas eingingen: „An den Galgen mit dir oder standrechtlich erschießen.“ Eine andere Aussage: „Frau …, sie führen sofort wieder Schweinefleisch ein, bis 30.7. ansonsten wird die Kita abbrennen, wenn auch zum Nachteil der Kinder. Nein, das ist kein Scherz. Und wenn sie auch die Polizei einschalten, sie wird brennen. Und sie werde ich zusammenschlagen, bis dass sie im Krankenhaus liegen und berufsunfähig sind!!! Also los oder Feuer!“ Eine weitere Drohung lautet so: „Ich werde sie nicht nur krankenhausreif schlagen, ich werde sie töten, mit einem Messerstich ins Herz.“

Jungs Facebook-Post sorgte am Mittwoch für zahlreiche Medien-Anfragen im Leipziger Rathaus. Binnen 24 Stunden wurde sein Beitrag in dem sozialen Netzwerk rund 5800 mal geteilt. Und in den mehr als 1300 Kommentaren erfährt Jung überwiegend große Zustimmung. „Ich bin sprachlos“, so der OBM in seinem Facebook-Post. „Vor drei, vier Jahren, als viele Menschen in Not zu uns kamen, wurden überall in Deutschland Menschen angegriffen und Häuser angezündet. Wir haben es nicht geschafft, alle Unterkünfte zu schützen und durch unsere Gesellschaft ist kein Ruck der moralischen Entrüstung gegangen, sondern die Gaulands, Weidels und Höckes dreschen verbal weiter auf Schwächere ein. Und ihre Saat geht auf: 2019 werden Kindergärten bedroht, weil sie den Speiseplan so verändern, wie es nicht in ein kleingeistiges Weltbild passt.“

Der Träger des Kindergartens hatte in einem Schreiben an die Eltern mitgeteilt, dass Schweinefleisch von der Speisekarte gestrichen werde. Die Bild-Zeitung hatte den Geschäftsführer der Einrichtungen in der vergangenen Woche zitiert; Hintergrund der Entscheidung sei Rücksichtnahme auf zwei muslimische Mädchen. Es folgte eine heftige und bundesweite öffentliche Debatte; der Geschäftsführer zog das Verbot daraufhin zunächst wieder zurück.

Von Björn Meine/RND

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