Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik „Modell Österreich ist tot“: Orbán flirtet jetzt heftig mit Salvini
Mehr Welt Politik „Modell Österreich ist tot“: Orbán flirtet jetzt heftig mit Salvini
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:11 26.05.2019
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban am Sonntag bei der Stimmabgabe: „Ich habe auf das italienische Modell umgesattelt.“ Quelle: Szilard Koszticsak/MTI/dpa
Budapest

In seinem Streben nach Zusammenarbeit mit rechtspopulistischen Parteien orientiert sich Ungarns Regierungschef Viktor Orbán nunmehr an Italien. „Das österreichische Modell ist beendet“, sagte der rechtsnationale Politiker am Sonntag bei der Stimmabgabe für die Europawahl zu Journalisten in Budapest. „Ich habe auf das italienische Modell umgesattelt“, fügt er hinzu.

Orbán äußerte sich acht Tage nach dem Rücktritt des österreichischen Vizekanzlers und FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache. Der rechtspopulistische Politiker war durch ein Video belastet worden, in dem er sich offen für Machtmissbrauch und Korruption zeigte. Es war vor zwei Jahren heimlich auf der Ferieninsel Ibiza aufgenommen worden.

Vor zwei Wochen sprach Orbán noch vom Modell Österreich

Orbán hatte Strache knapp zwei Wochen vor dessen Rücktritt noch freundschaftlich in Budapest empfangen. Damals hatte er vom „österreichischen Modell“ gesprochen, dem die konservative Europäische Volkspartei (EVP), der auch CDU und CSU angehören, folgen möge. Orbán meinte damit, dass die EVP nach der Europawahl die Zusammenarbeit mit dem Rechtspopulisten-Block um den Italiener Matteo Salvini suchen solle.

In Österreich hatte damals noch eine Koalition aus der EVP-Mitgliedspartei ÖVP und Straches FPÖ regiert. Diese ist inzwischen wegen des „Ibiza-Videos“ zerbrochen. Orbans Fidesz-Partei gehört ebenfalls zur EVP, ihre Mitgliedschaft ist allerdings wegen Orbans Angriffen gegen die EU ausgesetzt.

Den italienischen Innenminister und Lega-Chef Salvini hatte Orbán gleichfalls zu Monatsbeginn in Budapest empfangen. Salvini regiert in Rom als Juniorpartner der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung mit.

Mit dem „italienischen Modell“ dürfte Orbán eine sich abzeichnende stärkere Zusammenarbeit Salvinis mit der zur EVP gehörigen Forza Italia von Silvio Berlusconi und mit der Rechtspartei Fratelli d’Italia gemeint haben.

Lesen Sie auch: Sebastian Kurz rechnet mit Sturz als Kanzler

Von dpa/RND

Die EU-Wahl galt als Stimmungstest für Kanzler Sebastian Kurz. Kommt er angesichts des Skandal-Videos seines einstigen Vizekanzlers auch unter die Räder? Das Ergebnis könnte alle Karten - auch für den geplanten Misstrauensantrag - neu mischen.

26.05.2019

Ganz Europa steckt im Wahlfieber – das zeigt sich auch auf Twitter: Unter dem Hashtag #TwitternWie18Uhr posten User ihre ganz eigene Version der Politiker-Statements nach Wahlkabinenschluss. Sie sprechen dabei aktuelle politische Debatten an – und beweisen eine Menge Humor.

26.05.2019

Er besuchte einen Sumo-Ringkampf und spielte Gold mit Japans Regierungschef: Donald Trump ist zu Gast in Fernost. Aufhorchen lässt aber ein Tweet des US-Präsidenten über Nordkoreas Raketenprogramm.

26.05.2019