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Politik Mit Peer Steinbrück auf dem Weihnachtsmarkt
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00:15 11.12.2012
Von Michael B. Berger
Gemütliches Duo: Peer Steinbrück und Stephan Weil am Glühweinstand. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Hannover

Auf dem hannoverschen Kröpcke, es ist kurz vor vier Uhr nachmittags, herrscht ein ungewöhnlich großer Ministerpräsidenten-Andrang. Hannelore Kraft aus Düsseldorf ist da. Olaf Scholz aus Hamburg hat gerade jene große Tonne bestiegen, die die SPD „Dialog-Box“ nennt, und schaut auf die Menge herunter. Da steht Klaus Wowereit aus Berlin, und der SPD-Ministerpräsidentenkandidat Stephan Weil aus Hannover. Torsten Albig aus Kiel gibt gutgelaunt und munter Interviews. Etwa auf die Frage, warum so viele Sozialdemokraten jetzt auf die Weihnachtsmärkte drängen und wie die aktuelle Partei-Beschlusslage zum Thema Glühwein lautet. „Süß muss er sein, und rot, und ein bisschen klebrig“, sagt Albig - und lacht. Und dann kommt der, der Kamerateams anzieht wie Licht die Motten: Peer Steinbrück. Scholz zeigt von oben auf den gewaltigen Pulk dort unten, der sich vom Kröpcke nun in Richtung Marktkirche aufmacht.

Der Pulk setzt sich in Bewegung. Peer Steinbrück strahlt. Er, den die SPD am Sonntag offiziell zum Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) küren will, scheint sich über das gewaltige mediale Interesse zu freuen, das sein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ausgelöst hat. Selbst abwegige Fragen beantwortet er anfangs noch mit Witz und Ironie, die manchmal auch grimmig wirkt. Man werde Weihnachten bis Ostern ausdehnen, damit die Händler noch mehr Umsätze machen könnten. Und er noch mehr Weihnachtsmärkte besuchen könne. „War’s das?“ Das war’s. Nächste Frage, nächstes Kamerateam. „O, jetzt bist Du Reporter“, sagt Steinbrück zu Stephan Weil. Dem hat eine Reporterin, die wegen der vielen Kameraleute und Sicherheitsbeamten nicht mehr an Steinbrück herankommt, einfach ihr Mikro in die Hand gedrückt. Wieviel Prozent er morgen bei seiner Wahl erwarte? „101 Prozent wären bedenklich“, sagt Steinbrück. Das hat er auch schon in mehreren Zeitungsinterviews gesagt. Was rät der Kanzlerkandidat Steinbrück dem Ministerpräsidentenkandidat Weil, will ein anderes Team wissen? „Sich nicht zu verstellen“, rät Kandidat Steinbrück, der sich von seiner Partei mehr Beinfreiheit gewünscht hat. Heute muss er sie sich gegen die Fotografen erkämpfen. Der Pulk zieht weiter, es wird gefährlich eng, ein Kind schreit in der Menge. „Du musst jetzt den Eisbrecher spielen“, sagt Steinbrück zum Hannoveraner Klaus Timmäus, der wie ein Lotse die Richtung bestimmt. „Bürger bringt Eure Kinder in Sicherheit“, ruft ein Spaßmacher. Tatsächlich ist der Gang durch die Innenstadt ein bedrohliches Geschubse und Geschiebe. Hannelore Kraft marschiert voran, macht Passanten geradezu mütterlich auf den nahenden Pulk aufmerksam. Passanten bleiben stehen, schauen verwundert auf den Pulk. „Peer, ich will ein Kind von Dir“, ruft eine. Steinbrück bekommt das nicht mit, aber der frühere SPD-Generalsekretär Hubertus Heil und andere, die mit im Pulk sind, lachen.

Ob er denn hier mit Bürgern wirklich in Kontakt komme? Na klar, wenn die Medien ihn denn ließen, entgegnet Steinbrück: „Im Augenblick geht das nicht.“  Er bewege sich doch sonst auch ganz normal auf Weihnachtsmärkten oder mit dem Fahrrad durch die Stadt, sagt Steinbrück noch.

Irgendwann sind sie alle angekommen in der „Stiefelschänke“, dann rüber zum „Puffer-Eck“. Drei von den heißen Kartoffel-Dingern hat der Kandidat auf dem Teller - er verteilt sie an umstehende Sozialdemokraten. „Will noch einer?“ Steinbrück isst einen halben. Dann zum Maronenstand. Der Pulk zieht weiter, es ist schwer an den Kandidaten heranzukommen, der doch an die Menschen will. Es sind einfach zu viele Medien in Hannover. Nach einer knappen Stunde ist der Rundgang beendet, der Kandidat wirkt jetzt doch etwas angestrengt. „Tschüss“, sagt der Steinbrück noch zu Stephan Weil. Am Sonntag hat er eine seiner wichtigsten Reden vor sich. Der Auftritt vor den 600 Delegierten sei „einer der wichtigsten Tage“ seines Lebens, hat er gesagt.

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