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Politik Yildirim verharmlost Massentötung von Armeniern
Mehr Welt Politik Yildirim verharmlost Massentötung von Armeniern
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11:30 01.06.2016
"Das waren gewöhnliche Vorfälle": Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat die bevorstehende Bundestagsresolution zu den Massakern an den Armeniern im Jahr 1915 als "lächerlich" bezeichnet. Quelle: BULENT KILIC/AFP PHOTO/dpa
Istanbul/Berlin

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim bezeichnete die bevorstehende Bundestagsresolution zu den Massakern an den Armeniern im Jahr 1915 als "lächerlich". Die Vorwürfe gegen das Osmanische Reich seien "aus der Luft gegriffen", sagte Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch in Ankara. "Das waren gewöhnliche Vorfälle, die unter den Bedingungen des Ersten Weltkriegs 1915 stattgefunden haben und in jeder Gesellschaft und in jedem Land hätten vorkommen können."

Der Bundestag will an diesem Donnerstag eine Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massentötung und Deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft werden. Nach Schätzungen kamen dabei zwischen 800.000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit ums Leben. Die Türkei bedauert das, lehnt die Einstufung als Völkermord aber strikt ab.

Yildirim: Beziehungen zu Deutschland werden geschädigt

Yildirim warnte erneut, im Falle einer Annahme der Resolution "werden unsere Beziehungen zu Deutschland natürlich geschädigt, darin besteht kein Zweifel. Und wir wollen nicht, dass sie geschädigt werden". Er hoffe, dass der Bundestag gegenüber den vielen türkischstämmigen Wählern in Deutschland "nicht die Ohren verschließt". Der Regierungschef wiederholte die Forderung Ankaras, Historiker sollten die Vorfälle von 1915 untersuchen. "Wir haben nichts zu verbergen."

Der Zentralrat der Armenier lobt dagegen die geplante Bundestagsresolution zur Anerkennung des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich. Er sieht darin ein wichtiges Signal gegen die "Leugnungspolitik des türkischen Staates".

dpa/RND

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