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Politik Mindestens 20 Tote bei Anschlag auf Polizei
Mehr Welt Politik Mindestens 20 Tote bei Anschlag auf Polizei
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16:27 17.08.2009
Bei dem Selbstmordanschlag in Inguschetien kamen 20 Menschen ums Leben. Quelle: Kazbek Basayev/AFP
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Der Attentäter hatte einen mit Sprengstoff beladenen Kleinlaster im Hof des Polizeihauptquartiers in der Gebietshauptstadt Nasran in die Luft gesprengt. Dort hatten sich die Beamten gerade zum morgendlichen Appell versammelt.

Der Attentäter durchbrach mit dem Fahrzeug das Sicherheitstor der Polizeiwache, wie die Moskauer Staatsanwaltschaft mitteilte. Dann habe sich eine „gewaltige Explosion“ ereignet. Die Bombe hatte demnach eine Sprengkraft von etwa 50 Kilogramm TNT. Bei der Explosion wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 20 Polizeibeamte getötet und rund 60 weitere Menschen verletzt. Ein Sprecher des inguschetischen Präsidenten Junus-Bek Jewkurow sprach von rund 70 Verletzten, darunter seien elf Kinder und zahlreiche Bewohner angrenzender Häuser.

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Die Lage in der Kaukasusrepublik ist äußerst unstabil. Im Juni war Jewkurow selbst bei einem Anschlag schwer verletzt worden. Erst vor vier Tagen hatte der Kreml angekündigt, Jewkurow werde in sein Amt zurückkehren. In der vergangenen Woche war zudem der Bauminister Ruslan Amerchanow in seinem Büro erschossen worden. In Inguschetien und anderen russischen Kaukasus-Republiken kämpfen islamistische Rebellen gegen die Kreml-treuen Behörden und Sicherheitskräfte.

Der Anschlag auf die Polizeiwache hinterließ schwere Zerstörungen: In angrenzenden Wohnhäusern gingen Fensterscheiben zu Bruch, Autos wurden umgeworfen, unter einer grauen Staubschicht lagen Trümmer und verkohlte Bäume. Den Polizeiangaben zufolge ereigneten sich nach dem eigentlichen Anschlag noch mehrere kleinere Explosionen, da der Attentäter den Laster in der Nähe des Munitionslagers der Polizei in die Luft gesprengt hatte.

Russlands Präsident Dmitri Medwedew forderte das Innenministerium auf, die Sicherheitsvorkehrungen in Inguschetien zu verschärfen. Jewkurow machte radikalislamische Aufständische für die Tat verantwortlich. Die Islamisten versuchten, die Region zu destabilisieren, ließ er über seinen Sprecher mitteilten. Die Behörden ordneten eine dreitägige Staatstrauer an.

afp

17.08.2009
Gabi Stief 16.08.2009