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Politik Mindestens 18 Tote bei Ureinwohner-Protesten
Mehr Welt Politik Mindestens 18 Tote bei Ureinwohner-Protesten
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16:10 06.06.2009
In Peru sind bei der Eskalation von Ureinwohner-Protesten 18 Menschen ums Leben gekommen. Quelle: afp

Nach dem Versuch der Polizei, eine Straßenblockade aufzulösen, wurden am Freitag (Ortszeit) nach Behördenangaben elf Beamte und sieben Indianer getötet, ein Anführer der Proteste sprach von 25 getöteten Ureinwohnern. Die Demonstranten nahmen 38 Polizisten als Geiseln und drohten mit ihrer Ermordung.

Zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es nach Behördenangaben, als etwa 400 Polizisten in der Nähe der nordperuanischen Amazonas-Stadt Bagua gegen etwa 2500 zum Teil mit Speeren bewaffnete Ureinwohner vorgingen. Die Beamten räumten eine zehn Tage zuvor errichtete Straßensperre. Bei den Ausschreitungen seien elf Polizisten ums Leben gekommen, davon fünf in einem Hinterhalt durch Speerwürfe der Indianer, erklärten der peruanische Regierungschef Yehude Simon und Innenministerin Mercedes Cabanillas auf einer Pressekonferenz in Lima. Zudem seien drei Zivilisten getötet und 113 Menschen, darunter fünf Polizisten, verletzt worden.

Eine Mitarbeiterin der örtlichen Staatsanwaltschaft sowie ein Arzt des Krankenhauses in Bagua sprachen hingegen von insgesamt sieben getöteten Indianern. Laut einem Anführer der Proteste, Alberto Pizango, starben 25 Ureinwohner. Er warf der Regierung einen „Völkermord“ an den Indianern vor. Die Polizeigewalt sei „Teil eines Plans zur Übergabe der natürlichen Rohstoffe an ausländische Unternehmen, der die Privatisierung unseres Bodens einschließt.“

Die Ureinwohner werfen Perus Staatschef Alan García vor, dass er in den vergangenen beiden Jahren die Beschränkungen für Gas- und Ölförderung sowie für die Wald- und Landwirtschaft in den Regenwaldgebieten lockerte und damit ihren Lebensraum gefährde. Die Proteste dauern bereits seit Anfang April an.

Regierungschef Simon erklärte, dass etwa 1000 Ureinwohner 38 Polizisten in ihre Gewalt gebracht hätten. Die Indianer drohten damit, die Polizisten zu ermorden und die Ölförderanlage von Bagua anzuzünden. Der Indianeranführer Zeokan Campos sagte dem Radiosender RPP, die Geiselnahme sei eine Reaktion auf den vorherigen Polizeieinsatz. Ein Polizeibeamter in Bagua sagte, eine wütende Menge habe seine Polizeistation und andere Gebäude angegriffen. „Wir warten auf Verstärkung“, fügte er hinzu. Die Regierung verhängte für Bagua und Umgebung eine Ausgangssperre.

Perus Staatschef García verteidigte das Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten. Die Indianer hätten damit gedroht, Gasleitungen zu zerstören und damit die Stromversorgung der Bevölkerung zu unterbrechen. „Was soll die Regierung sonst tun, als energisch die Ordnung wiederherzustellen“, erklärte der Präsident.

afp

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