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Politik Milliardär Prochorow will „Anti-Putin“ werden
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15:29 27.01.2012
Foto: Michail Prochorow, der drittreichste Mann Russlands, fordert Putin heraus.
Michail Prochorow, der drittreichste Mann Russlands, fordert Putin heraus. Quelle: dpa
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Moskau

Der russische Milliardär Michail Prochorow (46) hat sich vor der Präsidentenwahl am 4. März erstmals klar als Gegner von Regierungschef Wladimir Putin in Stellung gebracht. „Meine Aufgabe ist es, bei diesen Wahlen der wichtigste Anti-Putin zu werden", schrieb der drittreichste Mann Russlands am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. Bisher hatte sich Prochorow mit Kritik an Putin zurückgehalten.

Der Milliardär steht im Verdacht, im Kreml-Auftrag zu handeln. Er hatte dies zurückgewiesen und um Geduld gebeten, bis er als Kandidat zugelassen sei. Dies ist am Mittwoch passiert. In Umfragen gilt Putin, der bereits von 2000 bis 2008 Präsident war, als der aussichtsreichste unter den insgesamt fünf Kandidaten.

Prochorow bekräftigte sein Ziel, Putin in die Stichwahl zu zwingen. Für sich selbst sieht er gute Chancen, bis zu 20 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang zu holen. Der Oligarch hatte zuletzt auch an den Massendemonstrationen in Moskau für ehrliche Wahlen teilgenommen, allerdings nicht als Redner.

Mit im Rennen um das Präsidentenamt sind außerdem Kommunistenchef Gennadi Sjuganow, der Rechtspopulist Wladimir Schirinowski von der ultranationalistischen Liberaldemokratischen Partei Russlands und der Politiker Sergej Mironow von der linkskonservativen Partei Gerechtes Russland. Sie alle sind in der Staatsduma vertreten und hatten bereits frühere Abstimmungen gegen Putin verloren.

Das staatliche Meinungsforschungsinstitut Wziom sieht einer neuen Umfrage zufolge Putin auch nach den jüngsten Anti-Regierungsprotesten weiter klar in Führung. Demnach würde der Regierungschef bei einer Wahl an diesem Sonntag 49 Prozent der Stimmen erhalten. Sjuganow käme auf elf Prozent, Schirinowski auf neun Prozent der Stimmen. Mironow sieht die Studie bei sechs Prozent, Prochorow nur bei vier Prozent. Prochorow hatte betont, dass er den staatlichen Umfragen nicht traue.

dpa

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