Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Militär stürmt Protestcamps der Opposition in Bangkok
Mehr Welt Politik Militär stürmt Protestcamps der Opposition in Bangkok
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:36 19.05.2010
Tausende Soldaten rückten mit Panzern und Wasserwerfern auf das seit Ostern besetzte Geschäftsviertel vor. Quelle: dpa
Anzeige

In Bangkok hat am Mittwoch eine massive Militäraktion gegen die oppositionellen Rothemden begonnen. Tausende Soldaten rückten mit Panzern und Wasserwerfern auf das seit Ostern besetzte Geschäftsviertel vor. Die Panzer rissen zunächst am Lumphini-Park Barrikaden aus Autoreifen und Zäunen mit spitzen Bambusstöcken ein. Bei heftigen Schusswechseln wurden mindestens fünf Menschen getötet worden, darunter ein italienischer Journalist. Der Leiter des Polizeikrankenhauses, Jongjet Aoajenpong, sagte, ein italienischer Reporter sei durch einen Bauchschuss verletzt worden und noch auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Die Sicherheitskräfte hatten zuvor die von den Rothemden errichteten Barrikaden des Protestcamps im Zentrum durchbrochen. Mehrere weitere Oppositionelle wurden verletzt.

An mehreren Stellen stiegen dicke Rauchsäulen auf. Die Demonstranten setzten Barrikaden in Brand, um die vorrückenden Truppen aufzuhalten, berichteten Augenzeugen. Auch ein Büro der Drogenfahndung ging in Flammen auf. Sympathisanten der Rothemden zogen am Morgen zu der Satellitenstation nördlich von Bangkok, die von den heimischen Fernsehsendern genutzt wird. 300 bis 400 Leute drohten mit einem Sturm auf das Gebäude, wenn die Armee weiter vorrückt.

Anzeige

Die deutsche Botschaft rief die rund 1000 Deutschen in Bangkok auf, in ihren Häusern zu bleiben. „Es ist damit zu rechnen, dass diese Operation den ganzen Tag andauert“, sagte Botschafter Hanns Schumacher. Auch der Botschafter saß in seiner Residenz fest. Sie liegt in der Nähe der zentralen Kampfzone. Darüber zog der Qualm der brennenden Autoreifen. Am Morgen waren Schusswechsel zu hören. Die Armee rief die Demonstranten über Lautsprecher zur Aufgabe auf.

Das Militär wollte zunächst nicht direkt in das Ratchaprasong-Geschäftsviertel vordringen, wo sich der Kern der Demonstranten verschanzt hat. Zunächst werde die Umgebung gesichert, in der in den vergangenen Tagen immer wieder Grüppchen von Demonstranten neue Fronten aufgemacht hatten, hieß es. Von einer Bühne in dem Geschäftsviertel riefen Anführer nach Angaben von Augenzeugen die Demonstranten zum Widerstand auf.

dpa

19.05.2010
18.05.2010
Politik Experten finden FSME-Erreger - Zecken: Virus-Alarm in Niedersachsen
19.05.2010