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Politik Merz deutet Verzicht auf Kandidatur für Fraktionsvorsitz an
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10:10 01.10.2021
CDU-Vorsitz-Kandidat Friedrich Merz im Berliner Regierungsviertel. Beim RND-Interview, September 2020.
CDU-Vorsitz-Kandidat Friedrich Merz im Berliner Regierungsviertel. Beim RND-Interview, September 2020. Quelle: Thomas Imo/photothek.net
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Berlin

CDU-Politiker Friedrich Merz hat angedeutet, dass er im kommenden Jahr nicht für den Fraktionsvorsitz kandidieren könnte. Sollte die Union in die Opposition gehen, rate er dazu, das Amt des Partei- und Fraktionschefs in eine Hand zu legen, sagte der neu gewählte Bundestagsabgeordnete den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zugleich sagte Merz aber: „Ich habe mich zweimal um den Parteivorsitz beworben, jeweils mit Unterstützung einer überwältigenden Mehrheit der CDU-Mitglieder, die auch weiterhin ungebrochen ist. Trotzdem hat der Parteitag zweimal anders entschieden. Mein Bedarf an streitigen Abstimmungen gegen das Establishment ist gedeckt.“ Er richte sich jetzt darauf ein, „ein normaler und hoffentlich guter Abgeordneter zu sein“.

Ende April endet die Amtszeit des gerade neu gewählten CDU/CSU-Fraktionschefs Ralph Brinkhaus. Sowohl Merz als auch Gesundheitsminister Jens Spahn und der Außenpolitiker Norbert Röttgen (alle CDU) galten bisher als Anwärter auf den Posten, sollte die Union keine Jamaika-Regierung bilden können.

Scharfe Kritik am Wahlkampf

Zugleich übte Merz scharfe Kritik am Wahlkampf der Union, dem Themen und eine Medienstrategie gefehlt hätten. Zudem habe man einen Kandidaten „mit sehr niedrigen Zustimmungswerten in der Bevölkerung“ gehabt, sagte er in Anspielung auf CDU-Chef Armin Laschet. „Da wäre ein Wahlsieg schon ein kleines Wunder gewesen.“ Merz sagte weiter, dass er Laschet unterstütze, solange es eine Chance auf die Bildung einer Jamaika-Koalition gebe. Jetzt gehe es für die Union darum, trotz der Wahlniederlage Verantwortung zu übernehmen, „jedenfalls dann, wenn die SPD eine Regierung nicht zustande bringt“.

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Auch die CSU habe ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. „Für gegenseitige Belehrungen und Anweisungen, wer jetzt was zu tun hat, ist dieses Wahlergebnis an keiner Stelle geeignet“, wies Merz Kritik der CSU zurück. Zu Spekulationen, dass Söder am Ende eine Jamaika-Koalition anführen könnte, sagte Merz: „Das weiß ich nicht, dazu fehlt mir im Augenblick auch die Fantasie.“ Aber seit dem Wahltag habe sich so viel verändert, „dass wir nichts mehr ausschließen können“, fügte er hinzu.

RND/Reuters

Der Artikel "Merz deutet Verzicht auf Kandidatur für Fraktionsvorsitz an" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.