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Politik Merkel sieht soziale Wirtschaft als Bollwerk gegen Krise
Mehr Welt Politik Merkel sieht soziale Wirtschaft als Bollwerk gegen Krise
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18:08 16.05.2009
Bundeskanzklerin Angela Merkel Quelle: Henning Kaiser/ddp
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Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel sagte zum Auftakt am Sonnabend in Aachen, die weltweite Finanzkrise sei nur entstanden, weil in anderen Ländern die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft nicht gegolten hätten. „Jetzt ist die Stunde, wo wir darauf verweisen müssen, was uns die soziale Marktwirtschaft gebracht hat“, machte Merkel vor rund 2000 Zuhörern deutlich.

Merkel gab sich zuversichtlich, dass Deutschland die Finanzkrise gut bewältigen wird: „Wir werden die Krise nicht nur überstehen, sondern haben auch die Chance, gestärkt aus ihr hervorzugehen.“ Dazu benötige Deutschland aber internationale Unterstützung. „Allein schaffen wir das nicht. Wir müssen gemeinsam in Europa daran arbeiten. Es gibt eben Probleme, die kann man nicht alleine lösen.“ Daher gehe es auch bei der Europawahl um eine Weichenstellung.

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Hart ins Gericht ging die Kanzlerin mit Managern und Bankern. „Ich hatte immer gedacht, wenn man einen Bonus bekommt, dann hat man etwas gut gemacht. Offenbar ist das nicht der Fall, eine verkehrte Welt“, sagte Merkel.

Auch NRW-Ministerpräsident und CDU-Vize Jürgen Rüttgers kritisierte das Verhalten einzelner Manager: „Teile der wirtschaftlichen Eliten haben sich von der Gesellschaft getrennt. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Gesellschaft auseinander fällt.“ Rüttgers sprach sich gegen eine rein materielle Definition von Leistung aus. „Leistung ist nicht immer nur materielle Leistung, sondern auch Lebensleistung. Die Mutter, die ihre Kinder erzieht, leistet auch einen bedeutenden Anteil für die Gesellschaft.“

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla betonte die Bedeutung der Europawahl am 7. Juni für Deutschland. „Diese Wahl ist richtungsentscheidend nicht für Deutschland, sondern auch für Europa. Wir brauchen Europa. Europa soll ein Gewinn für Deutschland sein.“

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering (CDU), erinnerte daran, dass Europa nach Zeiten der Kriege und Auseinandersetzungen nun in Frieden vereint sei. 500 Millionen Menschen in 27 Ländern lebten nach Werten wie Solidarität, Demokratie, Menschenrechte und Freiheit. „Das ist ein Wunder unserer Zeit und ein Anlass, sich darüber zu freuen.“

ddp

Alexander Dahl 16.05.2009
Margit Kautenburger 16.05.2009