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Politik Merkel: Wiedervereinigung dauert „eher ein halbes Jahrhundert“
Mehr Welt Politik Merkel: Wiedervereinigung dauert „eher ein halbes Jahrhundert“
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22:17 09.11.2019
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, Mitte), und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU, links) nehmen an der Gedenkveranstaltung der Stiftung Berliner Mauer an der Bernauer Straße teil. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
München

30 Jahre nach dem Fall der Mauer hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Wiedervereinigung weiterhin für unvollendet. „Bei manchem, von dem man gedacht hat, dass es sich zwischen Ost und West angleichen würde, sieht man heute, dass es doch eher ein halbes Jahrhundert oder länger dauert“, sagte Merkel der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). „Nach zehn oder 20 Jahren hatte man die Hoffnung, dass es schneller geht. Aber 30 Jahre haben schon etwas fast Endgültiges.“

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Merkel zufolge wird der 30. Jahrestag des Mauerfalls intensiver debattiert als frühere Jubiläen. Dies hänge vielleicht auch damit zusammen, dass nationalistische und protektionistische Tendenzen weltweit zugenommen hätten – „so dass wieder mehr aus dem nationalen Blickwinkel diskutiert wird“. Dabei richte sich der Blick auch wieder verstärkt auf die Unterschiede, die es zwischen den alten und den neuen Bundesländern gebe.

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Die aus Ostdeutschland stammende Kanzlerin beschrieb in dem Interview die Herausforderungen, vor denen die DDR-Bürger nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 standen. Sie selbst habe damals „einfach kein Lebensgefühl für die Freiheit“ gehabt. „Sie muss eingeübt werden“, betonte Merkel und fügte hinzu: „Das Leben in der DDR war manchmal auf eine bestimmte Art fast bequem, weil man manche Dinge einfach gar nicht beeinflussen konnte."

Merkel verriet auch, dass sie eine spezielle Verbindung zur einzigen aus Ostdeutschland stammenden Ministerin, Franziska Giffey (SPD), besitzt: „Manchmal gibt es mit Frau Giffey so witzige Momente. Dann fällt ein Wort und wir müssen beide lachen.“ Zum Beispiel, wenn der Satz „Es entwickelt sich“ fällt. Er stammt aus einem bitterbösen Sketch von Michail Sotschtschenko: „Die Kuh im Propeller“, den in der DDR jeder kannte.

RND/epd

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