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Politik Mehr als 80 Zivilisten bei Luftangriff getötet
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15:34 17.09.2009
Bei einem Luftangriff der Armee sind im Jemen Augenzeugen zufolge mehr als 80 Zivilisten getötet worden. Quelle: AFP
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Aus Regierungskreisen in Sanaa verlautete, ein Kampfjet habe Rebellen attackiert, die aus einer Ansammlung von Zivilisten heraus geschossen hätten.

Ein Zeuge sprach von „mindestens 87 Getöteten“. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bestätigte in New York diese Zahl und forderte eine Untersuchung. Gleichzeitig zeigte sich die Organisation “äußerst besorgt“ über die Auswirkungen auf die humanitäre Lage vor Ort.

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Ziel des Angriffs war eine Gruppe von Flüchtlingsfamilien, die sich in einem Tal bei Adi in einem improvisierten Lager unter Bäumen versammelt hätten. Adi liegt im Süden der Grenzprovinz Saada zu Saudi-Arabien, wo sich Regierungstruppen und schiitische Aufständische seit mehr als einem Monat heftige Kämpfe liefern.

Regionale Stammesführer forderten von der Regierung eine schnelle Untersuchung des Vorfalls. Die Verantwortlichen müssten vor Gericht gestellt werden. Die jemenitische Armee wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben. Medienvertretern ist der Zugang in die Konfliktregion offiziell verboten.

Die Aufständischen warfen den Regierungstruppen ein „neues Massaker an Zivilisten und unschuldigen Flüchtlingen“ vor. Kampfflugzeuge vom russischen Typ MiG hätten die Flüchtlinge in der Nähe der Ortschaft Harf Sufjan bombardiert. Sanaa bestrafe die Bevölkerung „kollektiv“.

Erst am Mittwoch hatten die Rebellen in einem Schreiben an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ihre Bereitschaft zu einem „bedingungslosen Waffenstillstand“ erklärt. Die Regierung macht einen Stopp ihrer Offensive im Norden dagegen von der Erfüllung eines Sechs-Punkte-Katalogs abhängig, darunter die Entwaffnung der Rebellen.

afp