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Politik Mehr als 70 Tote bei zwei Selbstmordanschlägen
Mehr Welt Politik Mehr als 70 Tote bei zwei Selbstmordanschlägen
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15:47 23.04.2009
Kein Ende der Gewalt: Bei zwei Selbstmordanschlägen kamen im Irak mehr als 70 Menschen ums Leben. Quelle: Mahmud Saleh/AFP
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In der Nähe der irakischen Stadt Baakuba, nordöstlich von Bagdad, starben nach Militärangaben mindestens 45 Menschen, als sich ein Attentäter in einem Restaurant in die Luft sprengte. Kurz zuvor hatte eine Selbstmordattentäterin in der irakischen Hauptstadt eine Polizistengruppe ins Visier genommen und mindestens 28 Menschen getötet.

Das Restaurant in Mukdadija bei Baakuba war den Angaben zufolge voll besetzt mit iranischen Pilgern, die auf dem Weg in die für Schiiten heilige Stadt Kerbela Rast machten. Bei dem Anschlag seien weitere 55 Menschen verletzt worden. Baakuba liegt in der Provinz Dijala, die als eine der gefährlichsten des Landes und Hochburg von Kämpfern des Terrornetzwerks El Kaida gilt.

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Im Südosten Bagdads sprengte sich nach Polizeiangaben eine Frau in die Luft, die den Sprengstoff unter ihrem schwarzen Gewand versteckt haben soll. Ihr Ziel waren laut Innenministerium Polizisten, die Hilfsgüter an Flüchtlingsfamilien verteilten. Unter den Toten seien zehn Polizisten und fünf Kinder. Den Angaben zufolge wurden 52 Menschen verletzt.

Nach einem stetigen Rückgang der Gewalt ist der Irak zuletzt wieder von einer Reihe blutiger Anschläge erschüttert worden. In der vergangenen Woche kamen bei der Explosion einer Autobombe in der nordirakischen Stadt Kirkuk zehn Polizisten ums Leben. Anfang April starben bei Autobomben-Anschlägen in Bagdad mindestens 32 Menschen, 129 Menschen wurden verletzt. Auch im März verübten Aufständische im ganzen Land mehrere Anschläge mit Dutzenden Toten.

Vor dem geplanten schrittweisen Abzug der US-Armee werden angesichts der jüngsten Anschlagswelle Sorgen über die Sicherheitslage im Irak laut. Bis September 2009 plant die US-Regierung, 12.000 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Der Großteil der Truppen soll das Land bis Ende August 2010 verlassen haben, der endgültige Abzug soll bis Ende 2011 vollzogen sein.

Unterdessen nahm die irakische Armee nach eigenen Angaben den mysteriösen Anführer des Terrornetzwerkes El Kaida im Irak, Omar el Bagdadi, fest. El Bagdadi sei am Donnerstag nach einem Tipp aus Geheimdienstkreisen in Bagdad gefasst worden, sagte ein Armeesprecher. Die irakischen Behörden hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach den Tod oder die Festnahme Bagdadis verkündet, was sich dann aber als Falschmeldung herausstellte. Das US-Militär zweifelte 2007 sogar an, dass der El-Kaida-Führer überhaupt existiert.

afp