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Politik Mehr als 47 Tote und fast 250 Verletzte bei Anschlagserie
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18:15 10.08.2009
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Die Trümmer der Explosion in der Stadt Chasna. Quelle: Mujahed Mohammed/afp
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In der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul explodierten nach Polizeiangaben am frühen Morgen kurz fast zeitgleich zwei Lastwagen mit Sprengfallen. In Bagdad gingen drei Bomben hoch.

Bei dem Doppel-Anschlag in Chasna rund 20 Kilometer östlich von Mossul starben nach Polizeiangaben mindestens 28 Menschen, 155 wurden verletzt. Durch die Explosionen wurden zudem 35 Häuser zerstört. In der wohlhabenden Ortschaft leben vor allem Angehörige der kleinen kurdischen Schabak-Gemeinschaft, die in 35 Dörfern in der Provinz Ninive leben. Unter Saddam Hussein wurden sie verfolgt, weil sie kurdisch waren, später nahm das Terrornetzwerk El Kaida sie immer wieder ins Visier.

Ein 23-Jähriger aus Chasna überlebte als einziger seiner Familie die Anschläge: „Meine elf Angehörigen sind beim Einsturz unseres Hauses getötet worden“, sagte er. „Wegen der Hitze habe ich auf dem Dach geschlafen - ich bin mit einem Satz aus dem Schlaf hochgeschreckt, weil ich dachte, die Erde bebt“, berichtete ein 37-jähriger Bewohner Chasnas vom Moment der ersten Explosion: „Eine Minute später gab es eine zweite Detonation, durch die ich auf den Boden gestürzt bin.“

Im Bagdader Viertel Hai El Amel ging am Morgen eine Bombe hoch, die in einem Zementsack versteckt war. Wie die Polizei und das Innenministerium mitteilten, wurden dabei sieben Menschen getötet und 46 weitere verletzt. Im nördlichen Stadtviertel Schurta explodierte eine Autobombe. Neun Menschen starben und 36 wurden verletzt. Unter den Toten waren den Angaben zufolge zahlreiche Tagelöhner, die an den beiden Anschlagsorten auf Arbeit warteten. Auf einem Markt des mehrheitlich von Sunniten bewohnten Stadtteils Sajadija tötete eine Bombe zudem drei Menschen und verletzte weitere 14.

Erst am Freitag starben bei einer Anschlagserie im Irak, die sich zum größten Teil gegen schiitische Gläubige richtete, mehr als 45 Menschen, rund 300 wurden verletzt. Die Gewalt im Irak steigt seit dem Rückzug der US-Truppen aus den Städten Ende Juni wieder an. Besonders in Mossul gibt es regelmäßig Anschläge. In der zweitgrößten Stadt des Landes leben mehrheitlich Sunniten, es gibt auch große kurdische und christliche Gemeinden. Die Region gilt als Hochburg El Kaidas.

Regierungschef Nuri el Maliki betonte, die Jagd auf die Aufständischen im Irak gehe weiter. Er gratuliere den Sicherheitskräften zu ihrer Entschlossenheit, mit allen Mitteln gegen die Rebellen vorzugehen.

afp