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Politik Maschmeyer zahlte Werbung für Wulff-Buch
Mehr Welt Politik Maschmeyer zahlte Werbung für Wulff-Buch
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09:41 20.12.2011
Bundespräsident Christian Wullf gerät weiter unter Druck.
Bundespräsident Christian Wullf gerät weiter unter Druck. Quelle: dpa
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Hannover/Berlin

Neue Enthüllungen über private Geldgeber in seinem Freundeskreis könnten Bundespräsident Christian Wulff weiter in Bedrängnis bringen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, sollen Zeitungsanzeigen, mit denen im Herbst 2007 während des niedersächsischen Landtagswahlkampfs für das Wulff-Buch „Besser die Wahrheit“ geworben wurde, von Wulffs hannoverschem Unternehmerfreund Carsten Maschmeyer bezahlt worden sein.

Die Anzeigen erschienen zwischen dem 13. und 27. Oktober 2007 in vier verschiedenen Zeitungen, darunter auch in der HAZ. In dem beworbenen Buch gibt Wulff Auskunft über sein privates und politisches Leben. Die CDU kaufte dem Bericht zufolge seinerzeit mehrere tausend Exemplare des Interview-Buchs von Autor Hugo Müller-Vogg und verschenkte sie als Wahlwerbung für den damaligen Ministerpräsidenten Wulff. Maschmeyer überwies demnach am 19. Februar 2008 dem Buchverlag 42 731,71 Euro – 23 Tage, nachdem Wulff erneut zum Regierungschef gewählt worden war.

Maschmeyer teilte mit, er habe die Anzeigen „privat bezahlt“, sie jedoch „nicht steuerlich geltend gemacht“. Mit Wulff habe er darüber „nicht gesprochen“. Wulff ließ „Bild“ gegenüber über seinen Rechtsanwalt erklären, ihm sei von den Zahlungen Maschmeyers für die Anzeigenkampagne nichts bekannt gewesen.

Der niedersächsische Landtag befasst sich heute in einer Sondersitzung des Ältestenrates mit dem umstrittenen 500 000-Euro-Kredit, den Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident 2008 von der Ehefrau des Osnabrücker Unternehmers Egon Geerkens bekam, um sein Haus in Großburgwedel zu finanzieren.

kw/dpa/dapd

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