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Politik Mario Monti ist bereit für erneute Kanditatur
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13:41 23.12.2012
Könnte mit einer Koalition der Mitte erneut ins Rennen um den italienischen Ministerposten gehen: Mario Monti. Quelle: dpa
Rom

Zwei Tage nach seinem Rücktritt als italiensicher Ministerpräsident will sich Mario Monti am heutigen Sonntag zu seiner politischen Zukunft äußern. Am Sonntagvormittag hatte der Wirtschaftsprofessor in Rom zu einer Pressekonferenz geladen. Staatspräsident Giorgio Napolitano hatte am Samstagabend das Parlament aufgelöst und damit den Weg für Neuwahlen in dem hoch verschuldeten Euro-Land am 24. und 25. Februar freigemacht.

„Ich ergreife für keine Seite Partei“, sagte der 69-Jährige, „aber ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen, wenn ich vom (nächsten) Parlament gefragt werde.“ Zugleich warnte Monti die Italiener, nicht der populistischen Politik und den Versprechen seines Vorgängers Silvio Berlusconi zu folgen. Das hoch verschuldete Italien befinde sich noch immer in einer schwierigen Phase.

Der 69-jährige Monti könnte an der Spitze einer Koalition der Mitte ins Rennen gehen und somit gegen seinen Vorgänger Silvio Berlusconi sowie gegen die Mitte-Links-Kräfte antreten. Mit im Boot als Verbündete Montis könnten dann auch Ferrari-Boss Luca Cordero di Montezemolo sowie Abweichler aus Berlusconis konservativem Lager und Christdemokraten sein.

Maurizio Gasparri, Senatsfraktionschef von Berlusconis Partei PdL (Volk der Freiheit), sagte am Samstag bei einem Treffen mit dem Staatspräsidenten, Monti müsse im bevorstehenden Wahlkampf neutral bleiben. Es beginne eine heikle Phase. Ähnlich äußerte sich sein PdL-Amtskollege im Abgeordnetenhaus, Fabrizio Cicchitto. Der Rücktritt Montis sei eine gute Nachricht für alle Italiener, meinte Gianpaolo Dozzo von der rechtspopulistischen Lega Nord. Vertreter der Mitte-Links-Partei PD (Demokratische Partei) dankten Monti für seine Anstrengungen. In Italien könne nun eine neue Phase beginnen, eine, „in der die, die mehr haben, mehr zahlen, und die, die weniger haben, weniger zahlen“.

Monti hatte am Freitagabend nach 13 Monaten im Amt seinen Rücktritt erklärt. Für seine Reformpolitik, mit der er das Euro-Land aus der Schuldenkrise führen wollte, fehle ihm die Mehrheit, sagte er.

Berlusconis PdL hatte ihm zuvor die Unterstützung entzogen. Berlusconis zerstrittene Partei liegt in Umfragen seit langem nur noch an dritter Stelle. Am stärksten ist danach mit Abstand die Demokratische Partei von Pier Luigi Bersani vor der populistischen Internet-Bewegung „Fünf Sterne“ des Komikers Beppe Grillo. Große Teile der PdL waren gegen Berlusconis Kandidatur.  Ob der dreimalige italienische Regierungschef tatsächlich noch einmal antritt, war zuletzt unklar.

Monti gilt in jeder Hinsicht als Anti-Berlusconi. Ihm gelang an der Spitze eines sogenannten Expertenkabinetts, Italien ein Stück weit auf Vordermann zu bringen. Mit einer harten Spar- und Steuerpolitik beruhigte er die Finanzmärkte und verschaffte dem Land international neues Vertrauen. Allerdings schoss die Arbeitslosigkeit gerade der jungen Generation auf einen Rekordwert von 36,5 Prozent und die Konjunktur schwächelte.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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