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Politik „Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben“
Mehr Welt Politik „Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben“
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11:00 20.04.2019
Carsten Linnemann ist Vizevorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU. Quelle: Foto: Michael Reichel/dpa
Berlin

Muss die Rettungs des Klimas teuer sein? Wie lässt sich sicherstellen, dass der Kampf gegen die Erderwärmung dir Bürger finanziell nicht überfordert? Fragen an Carsten Linnemann, den stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag.


Herr Linnemann, viele Menschen befürchten, dass Klimaschutz ihr Leben verteuert oder erschwert – über weiter steigende Strompreise, Mieterhöhungen wegen Modernisierung oder Fahrverbot für Dieselautos. Kann sich jeder Klimaschutz leisten?

Sicherlich ist die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben. Deswegen kommt es auf die richtigen Instrumente an. Wenn wir keinen Mut zu mehr Marktwirtschaft haben, werden wir die Klimaziele nicht ohne erhebliche Kostensteigerungen erreichen.

Einige Kritiker bezeichnen die Fridays-for-Future-Demonstrationen als sozialvergessenen Protest von Bürgerkindern – verstehen Sie das?

Nein, damit würde man den Jugendlichen nicht gerecht werden. Politisches Engagement ist immer zu begrüßen, aber es sollte außerhalb der Schulzeiten stattfinden. Beachtenswert finde ich, dass die Demonstrationen weltweit durchgeführt werden. Jetzt müsste auch dem Letzten klar sein, dass Klimaschutz nur global funktioniert.

Muss umweltschädliches Verhalten teurer werden?

Ohne eine CO2-Bepreisung werden wir unsere klimapolitischen Ziele nicht erreichen können. Ob es dadurch für den Verbraucher unterm Strich teurer wird, hängt auch davon ab, ob die Regierung den Mut dazu aufbringt, an anderer Stelle für Entlastungen zu sorgen. Beispielsweise durch die Senkung der Stromsteuer oder durch die Abschaffung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.

Welche konkreten Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht sinnvoll, um die Klimaziele sozialverträglich zu erreichen?

Ich halte die Ausweitung des EU-Emissionshandels für den besten Weg, um nachhaltig Klimapolitik zu betreiben. Dabei geht es nicht um eine zusätzliche CO2-Steuer mit einem festen Preis und ungewisser Wirkung. Es geht um eine echte Alternative zu teuren und ineffektiven nationalen Alleingängen. Nur so setzen sich die günstigsten und klimawirksamsten Technologien durch, ohne Steuerzahler und Energieverbraucher übermäßig zu belasten.

Von Jan Sternberg

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