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Politik Linke will mit achtköpfigem Team in den Bundestagswahlkampf
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17:14 21.01.2013
Gregor Gysi will mit einem achtköpfigen Team in den Bundestagswahlkampf ziehen. Quelle: dpa
Berlin

Wenn zwei sich streiten, freuen sich am Ende - acht. So könnte man die Suche der Linken nach geeigneten Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zusammenfassen. Die Partei hat es nicht geschafft, ihre beiden prominentesten Bundesparlamentarier Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht zu einer schlagkräftigen Doppelspitze zusammenzuschweißen. Deswegen wird sie jetzt von gleich acht Bundestagsabgeordneten in den Wahlkampf geführt.

Die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger präsentierten das Team am Montag, einen Tag nach der bitteren Wahlschlappe in Niedersachsen. Die Linke war dort von 7,1 auf 3,1 Prozent abgestürzt und verfehlte damit den Wiedereinzug in den Landtag. Nach einem Aufwärtstrend in den bundesweiten Umfragen in den vergangenen Monaten ist die Partei damit wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen.

Keine guten Voraussetzungen also, um gute Stimmung für die Bundestagswahl zu machen. Die Parteiführung versuchte es am Montag mit einem Personalvorschlag, den Kipping unter die Überschrift „Acht Köpfe für einen Politikwechsel“ stellte. Es ist ein Experiment mit ungewissem Ausgang. So viele Spitzenkandidaten hat noch nie eine Partei bei einer Bundestagswahl aufgeboten. Die Lösung wurde aus der Not geboren.

Gysi war von Anfang an als Spitzenkandidat gesetzt. Der 65-Jährige hatte die Partei 2009 zusammen mit Oskar Lafontaine zu dem Rekordergebnis von 11,9 Prozent geführt. Er hat insgesamt 19 Jahre im Bundestag hinter sich, gilt als erfahrenster Stratege der Partei und als brillanter Redner.

Seit dem erbittertem Machtkampf im vergangenen Jahr ist der Fraktionschef aber nicht mehr die unangefochtene Führungspersönlichkeit, die er mal war. Auf dem Göttinger Parteitag schlug er sich im Flügelkampf klar auf Seite der ostdeutschen Reformer und verspielte damit die Rolle als Integrationsfigur.

Wagenknecht ist seit dem Rückzug ihres Lebensgefährten Oskar Lafontaine aus der Bundespolitik die Galionsfigur der westdeutschen Fundamentalisten. Die 43-Jährige strebt seit längerem an die Fraktionsspitze. Die frühere Wortführerin der innerparteilichen Kommunistischen Plattform wurde bisher aber immer von Gysi ausgebremst.

Eine Doppel-Spitzenkandidatur von Gysi und Wagenknecht wäre als Vorentscheidung für die nach der Bundestagswahl anstehende Wahl einer neuen Fraktionsspitze gewertet worden. Da war es Gysi offenbar lieber, sich auf ein größeres Team einzulassen, dass das Problem verschleiert.

In der „Achter-Bande“ ist nun alles repräsentiert, was die Partei so zu bieten hat. Vier Frauen und vier Männer sind dabei, die Altersstruktur reicht von 37 bis 65 Jahre, und auch die wichtigsten politischen Strömungen und thematischen Schwerpunkte sind vertreten.

Neben Wagenknecht ist mit Dietmar Bartsch ein weiterer potenzieller Kandidat für die Nachfolge Gysis an der Fraktionsspitze im Team. Der zu den ostdeutschen Reformern zählende stellvertretende Fraktionsvorsitzende war im Machtkampf um die Parteispitze vor sieben Monaten an Bernd Riexinger gescheitert.

Gysi hat bereits mehrfach deutlich gemacht, dass er die Fraktion nicht mehr ewig führen möchte. „Ich warte nicht so lange, bis ich im Bundestag nur noch rumdödele und sich alle über mich lustig machen. Ich weiß, wann ich aufhören muss“, sagte er kürzlich in einem Interview. Es könnte also seine letzte Spitzenkandidatur sein.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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