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Politik „Lifeline“-Kapitän Reisch zu Geldstrafe verurteilt
Mehr Welt Politik „Lifeline“-Kapitän Reisch zu Geldstrafe verurteilt
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11:24 14.05.2019
„Lifeline“-Kapitän Claus-Peter Reisch im Juli 2018 in München. Quelle: Matthias Balk/dpa
Valletta

Der Kapitän eines Migranten-Rettungsschiffes der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline ist auf Malta zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Claus-Peter Reisch müsse 10.000 Euro an lokale Hilfsorganisationen bezahlen, teilte Mission Lifeline am Dienstag nach dem Urteil mit. Zu einer Gefängnisstrafe wurde Reisch nicht verurteilt.

Der Kapitän aus dem bayerischen Landsberg am Lech hatte im Juni 2018 mit dem Schiff „Lifeline“ mehr als 230 Migranten vor der libyschen Küste aus dem Mittelmeer gerettet. Ihm wurde vorgeworfen, ein nicht ordnungsgemäß registriertes Boot gesteuert zu haben.

Lifeline-Sprecher Axel Steier kündigte Berufung an, weil der Kapitän unschuldig sei. „Das Urteil ist hanebüchen. Es ist klar, dass das ein politisches Urteil ist, es hat nichts mit Recht zu tun“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Gericht habe zwar das Schiff freigegeben. Weil die Dresdner Mission Lifeline aber in Berufung gehe, bleibe es bis dahin beschlagnahmt.

Häfen für private Seenotretter in Italien weitestgehend geschlossen

Nach der Rettung wurde das Schiff, das unter niederländischer Flagge fuhr, tagelang auf hoher See blockiert. Es durfte erst in Malta anlegen, nachdem mehrere EU-Staaten zugesagt hatten, die Flüchtlinge aufzunehmen.

Private Seenotretter sahen hinter den juristischen Ermittlungen eine politische Kampagne, um die Rettung von Migranten zu erschweren und NGOs zu kriminalisieren.

Seit dem Amtsantritt der populistischen Regierung in Italien vor einem Jahr sind die Häfen dort für private Seenotretter weitestgehend geschlossen. Auch Malta weigerte sich mehrmals gegen die Aufnahme von Migranten von NGO-Schiffen und will eine gerechte Verteilung der Menschen auf alle EU-Staaten.

Seit Beginn des Jahres kamen laut Internationaler Organisation für Migration auf der zentralen Mittelmeerroute in Richtung Italien und Malta mehr als 300 Menschen ums Leben.

Von RND/dpa