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Politik Lieferung von Schweinegrippe-Impfstoff wird teilweise storniert
Mehr Welt Politik Lieferung von Schweinegrippe-Impfstoff wird teilweise storniert
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22:22 07.01.2010
Von Margit Kautenburger
„Wir haben vom Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline Signale der Kulanz erhalten." Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchefin Mechthild Ross-Luttmann (CDU). Quelle: AP
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Genaue Zahlen konnte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU), nach dem Treffen allerdings noch nicht angeben. Die Gesundheitsminister der Länder müssten das Verhandlungsergebnis am Freitag noch in einer Telefonkonferenz bestätigen, sagte ein Ministeriumssprecher. Die endgültige Abstimmung aller Vertragspartner wird bis Mitte nächster Woche erwartet.

Ross-Luttmann sprach von einem guten Kompromiss. „Wir haben vom Hersteller Signale der Kulanz erhalten“, sagte die Ministerin. Ein größerer Teil der Impfstofflieferungen könne storniert werden. Die Länder müssen demnach mehr als 25 Millionen Dosen Impfstoff nicht abnehmen und folglich auch nicht bezahlen. Im Herbst hatten sie 50 Millionen Dosen bestellt. Weil sich weit weniger Bürger als erwartet haben impfen lassen und nach Ansicht der Experten keine zweimalige Impfung nötig ist, befürchten die Länder, auf dem Impfstoff sitzen zu bleiben.

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Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur für tatsächlich benutzte Impfdosen. Ross-Luttmann hatte vor dem Treffen betont, die Hälfte des Impfstoffs reiche, um 30 Prozent der Bevölkerung zu schützen. Neben der Stornierung der Verträge mit dem Hersteller müsse der Bund Impfstoff an andere Länder verkaufen, forderte sie.

Nachfrage gebe es im Iran, im Kosovo und in Mazedonien. Das Robert-Koch-Institut betonte gestern, Impfungen gegen die Schweinegrippe seien weiterhin sinnvoll. Es sei nicht auszuschließen, dass das Virus im Februar oder März noch einmal wiederkomme. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), verteidigte die Strategie der Regierung bei der Bekämpfung der Schweinegrippe. „Wir haben das gesunde Mittelmaß zwischen Überreaktion und zu wenig Aktionismus gewählt“, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“ .