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05:50 01.10.2021
Der Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sehen die Schulen besser auf den Herbst und Winter vorbereitet als im vergangenen Jahr.
Der Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sehen die Schulen besser auf den Herbst und Winter vorbereitet als im vergangenen Jahr. Quelle: Peter Kneffel/dpa
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Berlin

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Heinz-Peter Meidinger, hält es für unwahrscheinlich, dass die Schulen im Herbst und Winter noch einmal wieder geschlossen werden müssen.

„Nach jetzigem Stand gehen wir nicht davon aus, dass nochmals komplette oder teilweise Schulschließungen mit damit verbundener Umstellung auf Distanz- und Wechselunterricht notwendig sein werden“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Zwar sind die Inzidenzzahlen gerade in der Alterskohorte der Kinder und Jugendlichen derzeit recht hoch, aber gleichzeitig nimmt auch die Impfquote bei den Schülern über zwölf Jahre schnell zu, seit es da eine allgemeine Impfempfehlung der Stiko gibt.“

50 Prozent der über Zwölfjährigen seien schon erstgeimpft, über ein Drittel bereits zweitgeimpft, schätzt Meidinger. Das spiegele sich in den Infektionsausbrüchen wieder. Momentan würde es eher kleinere Ausbrüche in den Schulen geben, die nicht zu einem unkontrollierten Infektionsgeschehen führen würden.

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Damit das auch so bleibt, sollte die Maskenpflicht in den Schulen weiter bestehen bleiben, fordern der Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). In einigen Bundesländern ist diese allerdings bereits aufgehoben worden. Zuletzt kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine entsprechende Lockerung für die kommende Woche an.

„Es ist verständlich, dass sich viele Menschen wünschen, die Maskenpflicht im Unterricht grundsätzlich aufzuheben, allerdings bleibt sie als ein Teil des Maßnahmenbündels abhängig vom Infektionsgeschehen sinnvoll. Das Zusammenspiel aller Maßnahmen bietet den bestmöglichen Gesundheitsschutz für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern sowie Lehrkräfte“, sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern. Auch das Robert Koch-Institut würde eine Maskenpflicht bis zum Februar 2022 als Vorsichtsmaßnahme weiter empfehlen.

Meidinger warnte davor, dass die Schulen sonst zu einer Black Box werden. „Der Verzicht auf Testungen und die zu frühe Abschaffung der Maskenpflicht sowie die zu starke Reduzierung von Quarantänemaßnahmen erhöht die Gefahr, dass die Schule zur Black Box wird, was eine Kontrolle von Infektionen nicht mehr zulässt“, sagte Meidinger. „Bei Gesundheitsschutzmaßnahmen sich ausschließlich an der Corona-Bettenbelegung auf Intensivstationen zu orientieren, würde das Prinzip der Vorsorge durch ein System ersetzen, das viel zu spät auf steigende Inzidenzen im Schulbereich reagieren kann.“

GEW setzt sich für Luftfilteranlagen an Schulen ein

Dringenden Handlungsbedarf gebe es noch bei der Ausstattung mit Luftfilteranlagen. GEW-Chefin Maike Finnern forderte: „Mit Blick auf die beginnende kältere Jahreszeit müssen jetzt endlich flächendeckend Luftfilteranlagen, eingebettet in vorhandene Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte, an den Schulen installiert und die Impfkampagne weiter vorangetrieben werden.“

Laut Meidinger sind die Förderprogramme für Raumluftfilteranlagen von Bund und Ländern bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. „Schuld daran ist die Zurückhaltung, um nicht zu sagen Verweigerungshaltung, vieler Kommunen und Schulträger, die nicht bereit oder in der Lage sind, ihren finanziellen Eigenbeitrag zur Anschaffung zu leisten.“

Weiter kritisierte Meidinger, dass alle Bundesländer unterschiedliche Regeln hätten. „Ärgerlich ist, dass es nach wie vor einen kunterbunten Flickenteppich gibt, was die Gesundheitsschutzmaßnahmen an Schulen betrifft, und zwar unabhängig davon, wie intensiv das Infektionsgeschehen ist.“ Denn neben der Maskenpflicht werden auch das Testen oder die Quarantäneregeln unterschiedlich gehandhabt.

Von Jorid Behn/RND

Der Artikel "Lehrerverband fordert Beibehaltung der Maskenpflicht im Unterricht" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.