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Politik Lauterbach: „Die Durchseuchung der Kinder ist nach wie vor eine große Gefahr“
Mehr Welt Politik Lauterbach: „Die Durchseuchung der Kinder ist nach wie vor eine große Gefahr“
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14:07 16.10.2021
Karl Lauterbach, Bundestags­abgeordneter und Gesundheits­experte der SPD, kommt zur ersten Fraktions­sitzung der SPD nach der Bundestags­wahl im neu gewählten Bundes­tag.
Karl Lauterbach, Bundestags­abgeordneter und Gesundheits­experte der SPD, kommt zur ersten Fraktions­sitzung der SPD nach der Bundestags­wahl im neu gewählten Bundes­tag. Quelle: Michael Kappeler/dpa
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SPD-Gesundheits­experte Karl Lauterbach hat sich besorgt über die hohen Corona-Inzidenzen bei Kindern gezeigt. „Wenn es zu Lockerungen kommt, rechne ich mit noch höheren Inzidenzen bei Kindern“, sagte er dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). „Das ist eine Gefahr, denn wir werden große Probleme mit Long Covid bei Kindern bekommen.“

Studien würden zeigen, dass zwischen 2 und 4 Prozent der Kinder ein halbes Jahr nach ihrer Erkrankung noch Symptome hätten. „Die Durchseuchung der Kinder ist nach wie vor eine große Gefahr“, sagte der studierte Epidemiologe. Eine schnelle Durchseuchung der Kinder sei anders als bei einer Erkältung bei Sars-CoV nicht möglich. „Denn bei Erkältungen haben Kinder nicht sechs Monate später noch Symptome“, sagte der SPD-Politiker.

„Wir dürfen die hohen Inzidenzen und die Gefahr von Corona bei Kindern nicht herunter­spielen“, sagte Lauterbach. Kinder müssten gerade darum kämpfen, dass auch ihr Covid-Krankheits­risiko ernst genommen werde. „Das ist angesichts der Gefahr von Long Covid fatal.“

„Die hohen Inzidenzen bei Kindern überraschen mich nicht“, gestand Lauterbach. „Wir sehen das Gleiche in England und in einigen US-Bundes­staaten und haben dies auch schon in Israel gesehen.“ Lauterbach verwies auf Grafschaften in England, wo die Inzidenz bei Kindern auf 2500 gestiegen sei. „Solche hohen Inzidenzen müssen wir in Deutschland vermeiden.“

Lauterbach sieht mangelndes Lüften als Grund

Der SPD-Politiker nannte das mangelnde Lüften in den Schulen als wichtigsten Grund für die hohen Inzidenzen bei Kindern. „Draußen sinken die Temperaturen und die Schulen können nicht mehr so lange lüften. Dieses Problem wird uns die nächsten Monate weiter beschäftigen.“ Deshalb seien weiter hohe Inzidenzen bei Kindern sehr wahrscheinlich. „Wichtig ist, durch eine hohe Impfquote bei den Erwachsenen die Gesamtzahl der Infektionen zu senken“, sagte Lauterbach.

Der SPD-Politiker forderte mehr Tests an Schulen. Kinder müssten dreimal in der Woche getestet werden und bei einem positiven Test müssten alle Kinder in der Klasse fünf Tage infolge getestet werden. „Nur so kann der Unterricht sicher aufrechterhalten werden, ohne dass die ganze Klasse in Quarantäne muss.“

Jörg Dötsch, Präsident der deutschen Kinder­mediziner, sagte dem RND: „Wir wissen seit einigen Monaten, dass die Klinik­aufnahmen für die Beurteilung wichtiger sind als die Infektionen.“ Sie sei bei Kindern und Jugendlichen sehr gering. Sicherheit gebe es mit Blick auf mögliche Corona-Langzeit­folgen bei Kindern noch nicht. „Die Daten zeigen bisher aber: Je jünger die Kinder sind, desto unwahrscheinlicher ist Long Covid“, sagte er.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Freitag bekannt gegeben, dass in acht Land­kreisen und einer kreis­freien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Zehn- bis 19-Jährigen bei mehr als 500 liege. Bundes­weit sei die Sieben-Tage-Inzidenz bei unter 20-Jährigen in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche hingegen leicht gesunken.

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Insgesamt hatte das Infektions­geschehen in Deutschland in den vergangenen Wochen stagniert. Doch die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Samstag­morgen laut RKI erstmals seit dem 20. September wieder über 70.

Von Sven Christian Schulz /RND

Der Artikel "Lauterbach: „Die Durchseuchung der Kinder ist nach wie vor eine große Gefahr“" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.