Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Kurzarbeit explodiert - Weiterbildung zu wenig genutzt
Mehr Welt Politik Kurzarbeit explodiert - Weiterbildung zu wenig genutzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 26.06.2009
Von Bernd Knebel

Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitsmarktexperte des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Verwaltungsratsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Wilhelm Adamy. Dabei seien die betrieblichen Weiterbildungskapazitäten vorhanden, kritisierte Adamy am Freitag im Gespräch mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Nach seinen Angaben ist die Kurzarbeit in diesem Jahr rapide gestiegen: seit Dezember um „gut 900 000“ auf 1,246 Millionen im März. Bis dahin hätten bereits rund 55 000 Betriebe die Möglichkeit für Kurzarbeit genutzt. Die Betriebe seien damit in den ersten fünf Monaten um mehr als eine Milliarde Euro bei den Personalkosten entlastet worden. Die Kurzarbeiter selbst mussten in dieser Zeit Einkommenseinbußen von rund 300 Millionen Euro hinnehmen, da nur 60 bis 67 Prozent des ausgefallenen Nettoeinkommens ausgeglichen würden.

Für die Weiterbildung während der Kurzarbeit, so Adamy, „stehen im Haushalt der Bundesagentur in diesem Jahr 800 Millionen Euro zur Weiterbildung von Beschäftigten im Betrieb zur Verfügung“. Im besten Fall müsse das Unternehmen so gut wie nichts für die Maßnahme zahlen. Soweit mindestens die Hälfte der ausgefallenenen Arbeitszeit für Weiterbildung genutzt wird, erhält der Arbeitgeber von der ersten Ausfallstunde an die vollen Sozialversicherungsbeiträge erstattet.

Dennoch seien bislang nur 5000 bis 6000 Beschäftigte in geförderte Qualifizierungsmaßnahmen während der Kurzarbeit eingetreten, berichtete der DGB-Experte. Von der Arbeitslosenversicherung seien dafür gerade einmal 5,2 Millionen Euro in den ersten fünf Monaten ausgezahlt worden, zuzüglich von Geld aus anderen Fördertöpfen. „Auch in der Weiterbildung muss jetzt geklotzt und nicht gekleckert werden,“ rief Adamy die Unternehmen zu verstärktere Weiterbildung auf.

Bei der betrieblichen Weiterbildung bleibe Deutschland deutlich hinter Ländern wie Dänemark, Schweden, Frankreich und Großbritannien zurück. „In Deutschland stagniert die betriebliche Weiterbildung oder ist sogar rückläufig,“ Adamy: „In besonderer Weise sind die noch verbliebenen vier Millionen Jobs für Arbeitskräfte ohne Berufsabschluss gefährdet.“ Die Zurückhaltung der Unternehmen bei der betrieblichen Weiterbildung führte der Arbeitsmarktexperte unter anderem auf komplexe unterschiedliche Fördervoraussetzungen und den großen Beratungsbedarf von Klein- und Mittelbetrieben zurück.

Wer einen anderen öffentlich als „durchgeknallt“ bezeichnet, macht sich nicht automatisch wegen Beleidigung strafbar. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden.

26.06.2009

Vor der Verabschiedung des Wahlprogrammes von CDU und CSU auf einer gemeinsamen Vorstandssitzung an diesem Sonntag wird in der Union heftig über den Finanzbedarf des Staates gestritten.

Michael Grüter 26.06.2009

Alfred Schumm sitzt gerade im Zug, als die Nachricht kommt, auf die an diesem Freitag alle warten. Auf dem Weg von Bremen nach Cuxhaven erfährt der Mitarbeiter der Naturschutzorganisation WWF per SMS: Das Wattenmeer ist Weltnaturerbe.

26.06.2009