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Politik Kritik an geplanter Übergabe von Guantanamo-Insassen an den Jemen
Mehr Welt Politik Kritik an geplanter Übergabe von Guantanamo-Insassen an den Jemen
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08:39 30.12.2009
Knapp die Hälfte der 198 Gefangenen, die zurzeit noch in Guantanamo festgehalten werden, stammen aus dem Jemen.
Knapp die Hälfte der 198 Gefangenen, die zurzeit noch in Guantanamo festgehalten werden, stammen aus dem Jemen. Quelle: AFP
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Die Senatoren John McCain, Lindsey Graham und Joseph Lieberman forderten Präsident Barack Obama am Dienstag auf, die geplante Übergabe von sechs Insassen an die jemenitische Regierung solange auszusetzen, bis die Sicherheitslage in dem Land garantiert werden könne. Die Männer seien wegen ihrer Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida eine „Bedrohung“ für die Vereinigten Staaten, schrieben die beiden republikanischen und der unabhängige Senator in einem Brief. Ihre geplante Ausweisung sei daher „höchst unklug und schlecht überlegt“.

Knapp die Hälfte der 198 Gefangenen, die zurzeit noch in Guantanamo festgehalten werden, stammen aus dem Jemen. Die Regierung in Sanaa räumte unterdessen ein, dass sich bis zu 300 El-Kaida-Kämpfer in dem Land aufhalten und dort möglicherweise neue Anschläge planen. Die Regierung sei sich über die „Gefahr“ bewusst, sagte Außenminister Abu Bakr el Kurbi der britischen BBC. Er rief die westlichen Länder auf, den Jemen durch die Ausbildung von Sicherheitskräften im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen.

Der verhinderte Flugzeug-Attentäter von Detroit, der 23-jährige Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, hatte sich bis zuletzt im Jemen aufgehalten und war nach eigenen Angaben in einem Trainingslager von El Kaida ausgebildet worden. Das Terrornetzwerk bekannte sich am Montag zu dem Anschlagsversuch. Abdulmutallab hatte am Freitag versucht, ein US-Flugzeug beim Landeanflug auf Detroit mit Hilfe des Sprengstoffs PETN in die Luft zu sprengen. Dabei setzte er seine Kleidung in Brand und wurde anschließend von Passagieren überwältigt.

AFP